Panzerkrebse

Panzerkrebse gelten als Wildtiere und umfassen die Krebstiere der Ordnung der Dekapoden (Zehnfusskrebse), mit Ausnahme von Garnelen. Dazu zählen mehrere Arten von Hummern, Krabben, Langusten und Flusskrebsen. Wirtschaftlich bedeutend sind vor allem der Amerikanische Hummer und der Europäische Hummer.

Hummer

Hummer in der Wildbahn

Europäische und Amerikanische Hummer kommen ausschliesslich in marinen Lebensräumen vor. Sie können ihren inneren osmotischen Druck nicht regulieren, darum reagieren sie empfindlich auf Abweichungen des für sie richtigen Salzgehalts. In Süsswasser können sie gar nicht überleben. Hummer bewohnen bevorzugt felsige Gebiete des Meeresgrundes in Tiefen von bis zu 50 Metern. Sie sind nachtaktiv und halten sich tagsüber in dunklen Höhlen oder Felsspalten auf. Mit Ausnahme der Paarungszeit sind sie Einzelgänger: Sie verhalten sich Artgenossen gegenüber aggressiv und sind auf Distanz bedacht. An ihrem vordersten Beinpaar sind grosse Scheren ausgebildet, die ihnen zum Beutefang, zum Ergreifen und Zerteilen von Nahrung, aber auch als Verteidigungswaffe dienen.

Hummer in der Gastronomie

In der Gastronomie gelten Hummer als Delikatesse. Der grösste Teil aller weltweit gefangenen Hummer stammt aus nordamerikanischen Küstengewässern. Nach dem Fang werden sie bis zum Weiterverkauf in grossen Stückzahlen in Meerwassertanks gehalten. Die Scheren werden dabei oft zugebunden, da sich die Hummer ansonsten durch aggressives Verhalten gegenseitig verletzen. Nicht selten werden sie über mehrere Monate gehalten, bis sie über weite Strecken lebend weiter transportiert werden. Sie werden teilweise in Verteilzentren zwischengehältert und gelangen schliesslich in die hiesigen Gastronomiebetriebe. Dort müssen sie bis zur Tötung entsprechend den gesetzlichen Vorschriften gehalten werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) weist auf Folgendes hin: Wer Panzerkrebse gewerbsmässig halten will, muss im Rahmen einer Ausbildung spezifische Kompetenzen und Kenntnisse in den Bereichen Hälterung, Transport und Tötung von Panzerkrebsen erwerben. Das BLV empfiehlt zudem den zuständigen Personen, bei der Tötung von Panzerkrebsen eine Elektrobetäubung und nicht eine mechanische Betäubung durchzuführen.

Angesichts der Anforderungen an den schonenden Umgang mit Panzerkrebsen und ihre fachgerechte und tierschutzkonforme Tötung ist vom Verkauf an Privatpersonen abzuraten. Stattdessen sollten diese Tiere unmittelbar nach der Tötung oder tiefgekühlt verkauft werden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 01.10.2021

Zum Seitenanfang

https://www.blv.admin.ch/content/blv/de/home/tiere/tierschutz/heim-und-wildtierhaltung/panzerkrebse.html