LyMON – Lymphknoten-Monitoring bei Rindern am Schlachthof

In Europa treten vermehrt Fälle von Rindertuberkulose auf. Um eine Einschleppung in Schweizer Rinderbestände früh zu entdecken, können amtliche Veterinäre veränderte Lymphknoten labordiagnostisch mit wenig Aufwand abklären lassen.

Das Probenset zur Einsendung von Lymphknoten kann beim kantonalen Veterinärdienst bestellt werden.

Unspezifisch veränderte Lymphknoten können ein Hinweis auf eine Infektionskrankheit sein, z. B. auf Tuberkulose. Die Schweiz gilt als tuberkulosefrei. Dennoch stellen Experten den Bedarf für Programme zur Früherkennung und zur Überwachung dieser Tierseuche fest: In Europa wurden in den letzten Jahren bei Rindern und Wild vermehrt Fälle entdeckt. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Tuberkulose unbemerkt in Schweizer Rinderbestände eingetragen und allenfalls verschleppt wird.

Um das zu verhindern, wird die Tuberkulose einerseits durch das Gesundheitsmonitoring beim Wild, andererseits bei Rindern, im Rahmen der Fleischkontrolle im Schlachthof, überwacht.

Der chronische Verlauf der Tuberkulose führt zu vielfältigen Organveränderungen und dadurch zu sehr unterschiedlichen Befunden. Bei Tieren, die sich erst vor wenigen Wochen angesteckt haben, sind die Lymphknoten oftmals die einzigen befallenen Körperteile. Daher ist es wichtig, Lymphknoten genau zu untersuchen und auch bei diskreten Veränderungen untersuchen zu lassen.

So funktioniert LyMON

Seit 2013 gibt es dazu das Früherkennungsprogramm Lymphknoten-Monitoring (LyMON). Es gibt den mit der Fleischkontrolle betrauten amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten die Möglichkeit, unspezifisch veränderte Lymphknoten labordiagnostisch auf Tuberkulose abklären zu lassen, auch wenn kein expliziter Seuchenverdacht besteht. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, bereits frühe Stadien der Tuberkulose zu erkennen.

Auf dem Herkunftsbetrieb, im Schlachthof und im Handel entstehen durch LyMON keine Einschränkungen: Beprobte Schlachttierkörper können normal weiterverarbeitet werden, soweit keine anderweitigen Beanstandungsgründe vorliegen. Am Herkunftsbetrieb werden keine Massnahmen getroffen. Wird im Labor allerdings eine Tuberkulose oder eine andere Seuche festgestellt, kann unverzüglich mit der Bekämpfung begonnen werden. Dadurch kann der Schaden effektiv begrenzt werden.

LyMON ist eine Ergänzung zu den in der Tierseuchen- und Lebensmittelgesetzgebung festgelegten Massnahmen zur Überwachung und Bekämpfung von Tierseuchen. Die Untersuchungskosten werden vom Bund übernommen. Die im Rahmen von LyMON erhobenen Daten werden vertraulich behandelt und in anonymisierter Form ausgewertet. Daraus gewonnene Erkenntnisse fliessen in die Beurteilung der Schweizer Tiergesundheit ein.

Fachinformationen für amtliche Veterinäre

LyMON wird in Zusammenarbeit mit dem Veterinärdienst Schweiz und dem Nationalen Referenzlabor für Rindertuberkulose, dem Institut für Veterinärbakteriologie der Universität Zürich (IVB), durchgeführt.

Unter „Im Detail“ finden amtliche Tierärztinnen und Tierärzte nebst dem Untersuchungsantrag ein Merkblatt, in dem das Wichtigste zu LyMON beschrieben ist. Es erklärt unter anderem, wann eine Abklärung im Rahmen von LyMON sinnvoll ist und in welchen Fällen es sich explizit um einen Verdachtsfall handelt. Des Weiteren gibt es eine Checkliste inklusive Kontaktangaben zum Ablauf bei LyMON bzw. bei der Abklärung eines Tuberkuloseverdachts im Schlachthof. Ist die Entscheidung unklar, ob ein veränderter Lymphknoten als Verdachtsfall oder im Rahmen von LyMON eingesendet werden soll, können amtliche Tierärztinnen und Tierärzte vorgängig mit dem IVB oder der Kantonstierärztin/dem Kantonstierarzt Rücksprache nehmen.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 12.03.2018

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