Tuberkulose beim Tier und beim Menschen

Tuberkulose ist eine chronische, bakterielle Infektionskrankheit von Mensch und Tier. Der Verlauf ist meist fortschreitend und generalisiert. Tuberkulose ist auf den Menschen übertragbar und somit eine Zoonose.

Die Krankheit beim Tier  

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Ansteckung und Verbreitung  

Die Erreger der Tuberkulose sind verschiedene Arten von Mykobakterien. Rinder sind vor allem Träger des Mycobakteriums bovis oder des Mycobakteriums caprae, während beim Menschen vor allem Mycobacterium tuberculosis vorkommt.

Tuberkulose kann durch direkten Tierkontakt oder durch verseuchtes Wasser oder Futter übertragen werden. Alle Säugtiere und der Mensch können sich anstecken. Die Rindertuberkulose kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Am ehesten geschieht das durch intensiven Kontakt zwischen Mensch und Tier in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium. In seltenen Fällen kann umgekehrt der Mensch auch Rinder anstecken.

Die Tuberkulose ist weltweit bei Säugetieren und beim Menschen verbreitet. In vielen Industrieländern liess sich die Tuberkulose bei landwirtschaftlichen Nutztieren durch intensive Bekämpfungsprogramme eindämmen. In den letzten Jahren wird in Europa bei Rindern und auch bei Wildtieren wieder vermehrt Tuberkulose festgestellt.

Auch in der Schweiz gab es vereinzelte Fälle von Tuberkulose bei Rindern. Die Schweiz gilt aber nach wie vor als tuberkulosefrei. Einen Überblick über die Seuchenlage in der Schweiz bietet die Datenbank Tierseuchenfälle Schweiz.

Bei einheimischen Wildtieren konnte die Tuberkulose bisher nicht nachgewiesen werden (Stand: Mai 2015).

Was tun?  

Die Bekämpfung der Rindertuberkulose ist eine langwierige Angelegenheit. Die Krankheit wird häufig lange nicht erkannt und kann am lebenden Tier nicht sofort und eindeutig diagnostiziert werden.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.

Ganz wichtig für die Überwachung der Tuberkulose sind die Fleischkontrollen in den Schlachthöfen. Diese Kontrollen sind gesetzlich geregelt und werden von den kantonalen Vollzugsorganen durchgeführt. Der Fleischschauer entnimmt Tieren mit verdächtigen Anzeichen von Tuberkulose Proben und lässt diese im Labor untersuchen.

Die Ausbreitung der Rindertuberkulose bei Wildtieren im alpinen Raum wird ebenfalls vermehrt überwacht. Jägerinnen, Jäger, Wildhüterinnen und Wildhüter sind nach der Tierseuchengesetzgebung verpflichtet, verdächtige Veränderungen bei Wildtieren, die auf Tuberkulose hindeuten, einer amtlichen Tierärztin oder einem amtlichen Tierarzt zu melden.

Die Krankheit beim Menschen  

Umfassende Informationen zur Tuberkulose beim Menschen finden sich auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit BAG (siehe Weitere Informationen > „Links“).

Weitere Informationen

Letzte Änderung 05.12.2019

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