Pilotprojekt für bessere Bestandsdiagnostik in Schweinebetrieben

Eine gute Bestandsdiagnostik ist zentral für die Lösung von Bestandsproblemen. Im Rahmen eines Pilotprojekts fördert das BLV deshalb die «zielorientierte Entnahme von Proben durch den Bestandstierarzt» (ZoE-BTA) direkt auf dem Schweinebetrieb. 

 

Bestandserkrankungen sind ein häufiges Problem in Schweinehaltungen. Eine gezielte Diagnostik kann entscheidend zur Lösung beitragen. Dafür werden typisch erkrankte Tiere ausgewählt und stellvertretend für den ganzen Bestand untersucht. So kann von diesen Tieren auf die Erkrankungsursache im Bestand geschlossen und die richtige Behandlung gewählt werden.

Eine Methode der Bestandsdiagnostik ist die Sektion von Tieren an einer pathologischen Untersuchungseinrichtung. Solche Sektionen werden bereits seit einigen Jahren im Programm PathoPig des BLV gefördert.

Probenahme im Bestand hilft bei Diagnostik

In gewissen Fällen kann es sinnvoll sein, dass die Bestandstierärztin oder der Bestandstierarzt direkt auf dem Betrieb tote Schweine eröffnet. Dabei werden gezielt Proben von Körpergeweben entnommen, die am lebenden Tier nicht zugänglich wären. Eine solche «zielorientierte Entnahme von Proben durch den Bestandstierarzt» (ZoE-BTA) kann die Diagnostik an Sektionseinrichtungen sinnvoll ergänzen. Dies gilt bei:

  • einfachen Fällen, für deren Abklärung voraussichtlich keine ausführliche Sektion nötig ist
  • wenn der Tiertransport an eine Sektionseinrichtung aus logistischen oder zeitlichen Gründen nicht möglich ist oder zu lange dauern würde

Das Pilotprojekt «ZoE-BTA»

Das Pilotprojekt «ZoE-BTA» untersucht, ob spezifisch weitergebildete Bestandstierärztinnen und -tierärzte (mit Fertigkeitszeugnis «R-ITB - ZoE PLUS Schwein») durch zielorientierte Entnahme von Proben (ZoE) im Schweinebestand die Bestandsdiagnostik verbessern helfen. Den teilnehmenden Bestandstierärztinnen und -tierärzten wird für die Dauer des Pilotprojekts eine finanzielle Unterstützung gewährt. Diese ist bestimmt für die Durchführung der ZoE an maximal 3 Tieren je Bestand sowie für einen Teil der weiterführenden Labordiagnostikkosten.

Wichtig für Tiergesundheit und Früherkennung

Mit dem Projekt «ZoE-BTA» möchte das BLV im Zusammenspiel mit PathoPig die Bestandsdiagnostik in Schweinebeständen noch weiter fördern. Mit der ZoE verfügt die Tierärztin oder der Tierarzt über eine zusätzliche Methode zur weiterführenden Bestandsdiagnostik. Je nach Sachlage kann dann entschieden werden, ob eine ZoE vor Ort oder eine Sektion an einer Untersuchungseinrichtung sinnvoll ist.

Mit einer guten Bestandsdiagnostik kann die Tierärztin oder der Tierarzt die Probleme im Bestand gezielter behandeln, auch im Hinblick auf einen sinnvolleren Einsatz von Antibiotika (siehe StAR). Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Tiergesundheit geleistet. Auch die Früherkennung von Krankheiten wird damit weiter verbessert.

Genauere Informationen zum Projekt finden Sie im Projektbeschrieb unter «Weitere Informationen».

Weitere Informationen

Letzte Änderung 10.01.2019

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