Umfrage zu Nahrungsergänzungsmitteln (NEM)

In westlichen Ländern ist die Einnahme von NEM weit verbreitet. Auch in der Schweiz greifen laut Studien gegen 50% der Befragten auf NEM zurück. Das BLV untersucht deshalb den Verzehr von NEM in der Schweiz mittels einer Online-Umfrage genauer.

Nahrungsergänzungsmittel in Form einer Kapsel, aus deren Mitte Früchte springen.
Nahrungsergänzungsmittel bestehen aus Konzentraten von Vitaminen, Mineralstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung.


Gemäss Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel sind dies Lebensmittel, die dazu bestimmt sind, die herkömmliche Ernährung zu ergänzen. NEM bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Vitaminen, Mineralstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung und werden in dosierter Form angeboten. Im Gegensatz zu Arzneimitteln durchlaufen NEM kein behördliches Zulassungsverfahren, bei dem u.a. die gesundheitliche Unbedenklichkeit nachzuweisen ist, bevor sie auf den Markt kommen.

Beweggründe und tatsächliche Bedürfnisse

Viele Konsumentinnen und Konsumenten greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln in der Hoffnung, ihrem Körper und ihrer Gesundheit Gutes zu tun. Oft wird damit geworben, dass solche Supplemente das Leben verlängern können, indem sie vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen. Entsprechend boomt der Markt für diese Produkte. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind NEM im Allgemeinen jedoch nicht nötig, da mit einer herkömmlichen Ernährung ‒ bis auf wenige Ausnahmen ‒ genügend Mikronährstoffe aufgenommen werden. Dies gilt umso mehr, als NEM eher von Menschen mit verhältnismässig gesundem Lebensstil und ausgewogener Ernährung konsumiert werden. Dabei kann es aber auch zu einer Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kommen, was durchaus mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann, insbesondere bei zu hoch dosierten Produkten oder einer Mehrfacheinnahme von unterschiedlichen Produkten.

Mögliche gesundheitliche Risiken

Der seit Jahren kontinuierlich wachsende Markt für Nahrungsergänzungsmittel führt zu unterschiedlichen Aufnahmen an Mikronährstoffen innerhalb der Bevölkerung bzw. Bevölkerungsgruppen, und möglicherweise auch zu grossen Unterschieden in der individuellen Aufnahme. Deshalb ist es wichtig, das potentielle Risiko einer Überversorgung mit NEM zu ermitteln. Dabei kann es zum Beispiel zu einer Überdosierung mit Vitaminen und Mineralstoffen kommen. In diesem Zusammenhang sollen die Supplemente die Höchstmengen pro empfohlener täglicher Verzehrmenge nicht überschreiten. In der Schweiz wurden diese Höchstmengen in der Revision der Verordnung des EDI über NEM überarbeitet. Ab dem 1. Juli 2020 sollen sich die Produkthersteller an diese neuen Werte halten.

Was haben wir vor?

Die Studie wird als repräsentative Online-Befragung mit einer angestrebten Nettostichprobe von ungefähr 1000 Personen bei der erwachsenen Schweizer Bevölkerung durchgeführt. Sie basiert auf der Annahme, dass knapp 50% der befragten Personen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Neben detaillierten Fragen zum generellen Konsumverhalten, zur Häufigkeit von Mehrfacheinnahmen von NEM sowie zu den häufigsten Beweggründen für deren Verwendung werden auch Fragen zu soziodemographischen Merkmalen, Lebensstil und Gesundheit gestellt. Um die genaue Produktbezeichnung, Zusammensetzung und Dosierung der Produkte zu ermitteln, werden die Teilnehmenden gebeten, Fotos von den verwendeten Supplementen aufzunehmen und in das Online-Umfrageformular hochzuladen.

Wann wird die Studie durchgeführt?

Die Online-Befragung ist für Mitte Februar 2022 geplant. Die Ergebnisse sowie der Schlussbericht werden auf Sommer 2022 erwartet.

Finanzierung

Die Studie wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen finanziert (Vertrag Nr. 714001885).

Wer führt die Studie durch?

Mit der Durchführung der Studie beauftragt wurde das Sozial- und Marktforschungsinstitut Demo SCOPE AG.

(15.01.2022)

Weitere Informationen

Letzte Änderung 22.03.2022

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