Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende fieberhafte Viruserkrankung bei Schweinen. Unspezifische Symptome, therapieresistentes Fieber und gehäufte Tierabgänge sind schweinepestverdächtig und müssen abgeklärt werden.

Aktuell

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Weitere Fälle in Belgien, Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Polen, in den Baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen), in der Ukraine, in Russland, Moldova und China.

Informationsmaterial für Schweinehalter

Das BLV veröffentlicht ein Merkblatt speziell für Schweinehalter. Darin sind nochmals die Biosicherheitsregeln aufgeführt, deren Befolgung für den Schutz der Schweine nötig ist.

(06.11.2018) 

Die ASP auf dem Vormarsch: Informationsmaterial über Vorsichtsmassnahmen

Die Vorsichtsmassnahmen richten sich vornehmlich an Personen, die aus den von der ASP betroffenen Regionen in die Schweiz einreisen (Tierhalterinnen und Tierhalter, Saisonniers, Fernfahrerinnen und Fernfahrer), aber auch an Touristen aus der Schweiz, die von einer Jagdreise zurückkehren:

  • Bringen Sie keinen Reiseproviant (Fleisch- und Wurstwaren) aus den betroffenen Gebieten mit
  • Das Verfüttern von Küchenabfällen an Haus- und Wildschweine ist verboten
  • Entsorgen Sie generell Speiseabfälle in verschlossenen Müllbehältern
  • Bei Jagden in Ländern mit ASP befolgen Sie strikte Hygienemassnahmen (Reinigung der Jagdkleidung und Jagdgeräte). Verzichten Sie auf Jagdtrophäen 

Für Reisende: 

Für Jäger: 

Für Schweinehalter:

Die Afrikanische Schweinepest betrifft alle Arten von Schweinen, auch Wildschweine. Sie hat sich von Russland her bis nach Tschechien, Litauen, Polen, Lettland und Estland ausgebreitet. Das BLV verfolgt die Entwicklung laufend und informiert die Tierhaltenden und die Tierärzteschaft über die aktuelle Situation. Für den Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

Die Symptome unterscheiden sich je nach Verlaufsform:

  • Akuter Verlauf: Bei mehreren Tieren hohes Fieber, plötzliche Todesfälle, Blauverfärbung der Ohrspitzen und Extremitäten, Blutungen auf der Haut. 
  • Chronischer Verlauf: Bei mehreren Tieren unspezifische klinische Symptome wie Fieber, Kümmern, Durchfall, Aborte, schlechte Mastleistung, Hautrötungen und Blutungen, gehäufte Infektionen mit Tierverlusten im Bestand.


Bei diesen Symptomen muss sofort der Bestandestierarzt benachrichtigt werden, damit ein Seuchenverdacht abgeklärt werden kann!

Ausschlussuntersuchung

Bei unklaren Anzeichen, welche an die Afrikanische Schweinepest erinnern, können Tierärzte nach Rücksprache mit dem Institut für Virologie und Immunologie IVI zur Abklärung Proben für eine Ausschlussuntersuchung untersuchen lassen. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.

Vorgehen siehe auch Vademecum auf der Website des IVI

Ansteckung und Verbreitung 

Der Seuchenerreger, ein Asfivirus, wird durch direkten Tierkontakt übertragen, dabei können auch Wildschweine die Seuche verbreiten. Da das Virus in der Umwelt und in Schweinefleischhaltigen Produkten lange ansteckend bleibt, kann der Erreger zudem auch indirekt über Geräte und Transportfahrzeuge verschleppt oder über das Verfüttern erregerhaltiger Fleischabfälle übertragen werden.

ASP Virus Verbreitung

Die Seuche ist in Ländern Afrikas sowie in Sardinien schon lange heimisch. Über Georgien hat sie sich auch in Russland ausgebreitet und von Osten her Polen und die Baltischen Staaten erreicht. Die aktuellen Fälle in diesen Ländern betreffen sowohl Wildschweine wie auch Hausschweine.

Um die Einschleppung der Seuche in die Schweiz zu verhindern, hat das BLV die Einfuhr von lebenden Schweinen, Genetikprodukten, Fleisch, Fleischprodukten und tierischen Nebenprodukten von Schweinen aus Tschechien, Polen, Litauen, Estland, Lettland und Sardinien eingeschränkt (siehe die entsprechenden Verordnungen unter "Weitere Informationen").

Was tun? 

  • Das BLV empfiehlt Privatpersonen dringend, auf das Mitbringen von Schweinefleischprodukten zu verzichten, wenn sie aus von ASP betroffenen Ländern in die Schweiz zurückkehren. Die zuständigen Behörden in den betroffenen Ländern geben den Lebensmittelbetrieben Anweisungen, welche Produkte in andere Länder versendet werden dürfen und welche nicht. Privatpersonen, die selber dort einkaufen, sehen jedoch nicht, ob sie Produkte kaufen, die nur für den Konsum im betroffenen Land bestimmt sind. Von diesen Produkten geht trotz Vorsichtsmassnahmen ein höheres Risiko aus, dass sie den Seuchenerreger enthalten.
  • Speisereste sollen grundsätzlich nur in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.
  • Aufgrund der Entwicklung ist eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Tier-haltenden, Tierärzten, der Jägerschaft und der Wildhut nötig.
  • Bei unklaren Anzeichen, aber ohne dringenden Seuchenverdacht können auch nicht-amtliche Tierärzte nach telefonischer Rücksprache mit dem IVI Proben nehmen, um eine Ausschlussuntersuchung durchführen zu lassen. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.

Es existiert kein Impfstoff gegen die Krankheit.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Tierseuche. Es besteht eine Meldepflicht für alle, die Tiere halten, betreuen oder behandeln. Verdachtsfälle müssen sofort dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin gemeldet werden. Wichtige Informationen für Tierhaltende bei erhöhter Seuchengefahr oder im Seuchenfall sind unter „Weitere Informationen > Im Seuchenfall“) abgelegt. Der Veterinärvollzug findet die Notfalldokumente im Extranet.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 08.11.2018

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