Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die für Menschen nicht gefährlich ist. Angesteckte Schweine und Wildschweine sterben jedoch meist innert weniger Tage. Ausser therapieresistentem Fieber und plötzlichen Todesfällen treten nur unspezifische Symptome auf. Bei gehäuften Tierabgängen müssen Untersuchungen durchgeführt werden, um ASP als Ursache auszuschliessen.

Dekontamination des Materials nach der Bergung

Aktuell

Bilanz der nationalen Krisenübung gegen die Afrikanische Schweinepest

04.11.2021: Alle zehn Jahre führt der Bund eine nationale Krisenübung zum Ausbruch einer Tierseuche durch. Anfang November bekämpften rund 300 Personen in einer Stabs- und Feldübung in 24 Kantonen einen fiktiven Ausbruch der hochansteckenden Afrikanischen Schweinepest. «Zum ersten Mal wurde eine Seuche geprobt, die von Wildtieren auf Nutztiere übertragen wird. Diese Situation ist gefährlich. Die grossflächige Ausbreitung unter den Hausschweinen konnten wir mit einschneidenden Massnahmen verhindern», bilanziert Kaspar Jörger, Übungsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung des BLV.


Krisenübung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

21.10.2021: Vom 2. bis 4. November 2021 führt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV zusammen mit den kantonalen Veterinärämtern eine Krisensimulation eines schweizweiten Ausbruchs der für Wild- und Hausschweine äusserst gefährlichen Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch. Simuliert werden soll die Verbreitung der ASP in mehreren Schweinebetrieben sowie in Waldgebieten im ganzen Land. «Momentan ist die Afrikanische Schweinepest eine der grössten Gefahren für Tiere. Wir müssen auf ihr mögliches Auftreten in der Schweiz vorbereitet sein», erklärt BLV-Direktor Hans Wyss.


Neues Video: Afrikanische Schweinepest - Klinische Symptome bei Schweinen - Wie und wann reagieren?

01.09.2021: Zwar ist die Schweiz heute nicht von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen, das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) arbeitet aber dennoch an der Erforschung der Eigenschaften der in Europa zirkulierenden ASP-Stämme. Denn bei einem Ausbruch in der Schweiz ist es wichtig, eine effiziente und sichere Labordiagnostik zu gewährleisten und stets auf dem neusten Stand der Forschung zu sein, um dem Veterinärdienst Schweiz wichtige virologische, immunologische, klinische und pathologische Informationen liefern zu können.


Hans Wyss, Direktor

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) verhindern

«Der Mensch ist das grösste Risiko für die sprunghafte Verbreitung der ASP». Im SRF-Tagesgespräch erklärt Hans Wyss, Direktor des BLV, wie sich diese hochansteckende Tierseuche verbreitet, die Risiken für einen Ausbruch, und welche Vorbeugungsmassnahmen getroffen werden.

(06.10.2020)


Aktuelle internationale Situation

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Lage in Europa und anderen Regionen.

 
 
 
 
 
 

Die Seuche breitet sich in Europa aus und könnte eines Tages auch die Schweiz erreichen. Das BLV verfolgt die Entwicklung laufend und informiert die Tierhaltenden und die Tierärzteschaft über die aktuelle Situation.

Um die Einschleppung der Seuche in die Schweiz zu verhindern, hat das BLV die Einfuhr von lebenden Schweinen, Genetikprodukten, Fleisch, Fleischprodukten und tierischen Nebenprodukten von Schweinen aus betroffenen Regionen eingeschränkt.

Ansteckung und Verbreitung

Die Afrikanische Schweinepest wird in der Tierseuchenverordnung zu den hochansteckenden Tierseuchen gezählt. Sie ist aber weit weniger ansteckend als etwa die Maul- und Klauenseuche oder die klassische Schweinepest. Allerdings verläuft sie bei mehr als 90 % der angesteckten Schweine tödlich.

Das Virus kommt im Blut, Kot, Urin, Speichel sowie in der Muskulatur und in den Organen eines erkrankten Tieres vor. Es kann im Fleisch, im Tierkadaver oder in der Umwelt lange überleben. Der Erreger wird durch direkten Tierkontakt übertragen. Der Erreger kann sich auch indirekt über Geräte und Transportfahrzeuge oder weggeworfene, erregerhaltige Fleischabfälle verbreiten. Für die Verschleppung der ASP über weite Distanzen sind meist menschliche Aktivitäten verantwortlich. Die Ausbreitung durch Wildschweine erfolgt nur langsam und über kurze Distanzen.

ASP Virus Verbreitung

Die Krankheit ist seit langem in gewissen afrikanischen Ländern wie auch auf Sardinien verbreitet. 2007 trat sie in Georgien auf und breitete sich dann in Russland und im östlichen Teil der EU aus. Die tschechische Republik ist das erste von ASP betroffene Land, das die Krankheit ausrotten konnte.

Was tun? 

  • Das BLV empfiehlt Privatpersonen dringend, auf das Mitbringen von Schweinefleischprodukten zu verzichten, wenn sie aus von ASP betroffenen Ländern in die Schweiz zurückkehren. Die zuständigen Behörden in den betroffenen Ländern geben den Lebensmittelbetrieben Anweisungen, welche Produkte in andere Länder versendet werden dürfen und welche nicht. Privatpersonen, die selber dort einkaufen, sehen jedoch nicht, ob sie Produkte kaufen, die nur für den Konsum im betroffenen Land bestimmt sind. Von diesen Produkten geht trotz Vorsichtsmassnahmen ein höheres Risiko aus, dass sie den Seuchenerreger enthalten.
  • Speisereste sollen grundsätzlich nur in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.
  • Aufgrund der Entwicklung ist eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Tierhaltenden, Tierärzten, der Jägerschaft und der Wildhut nötig.
  • Bei unklaren Anzeichen, aber ohne dringenden Seuchenverdacht können auch nicht-amtliche Tierärzte nach telefonischer Rücksprache mit dem IVI Proben nehmen, um eine Ausschlussuntersuchung durchführen zu lassen. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.
  • Schweinebetriebe können das Ansteckungsrisiko für ASP stark reduzieren, indem sie grundlegende Biosicherheitsmassnahmen einhalten.

Es existiert kein Impfstoff gegen die Krankheit.

Symptome

Die Symptome unterscheiden sich je nach Verlaufsform:

  • Akuter Verlauf: Bei mehreren Tieren hohes Fieber, plötzliche Todesfälle, Blauverfärbung der Ohrspitzen und Extremitäten, Blutungen auf der Haut.
  • Chronischer Verlauf: Bei mehreren Tieren unspezifische klinische Symptome wie Fieber, Kümmern, Durchfall, Aborte, schlechte Mastleistung, Hautrötungen und Blutungen, gehäufte Infektionen mit Tierverlusten im Bestand.

Bei diesen Symptomen muss sofort der Bestandestierarzt benachrichtigt werden, damit ein Seuchenverdacht abgeklärt werden kann!

Ausschlussuntersuchung

Bei unklaren Anzeichen, die an die Afrikanische Schweinepest erinnern, können Tierärzte nach Rücksprache mit dem Institut für Virologie und Immunologie (IVI) zur Abklärung Proben für eine Ausschlussuntersuchung untersuchen lassen. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.

Vorgehen siehe auch Vademecum auf der Website des IVI.

Meldepflicht

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Tierseuche. Es besteht eine Meldepflicht für alle, die Tiere halten, betreuen oder behandeln. Verdachtsfälle müssen sofort dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin gemeldet werden. Im Seuchenfall finden Tierhaltende unter „Weitere Informationen > Im Seuchenfall“ wichtige Angaben.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 04.11.2021

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