Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die für Menschen nicht gefährlich ist. Angesteckte Schweine und Wildschweine sterben jedoch meist innert weniger Tage. Ausser therapieresistentem Fieber und plötzlichen Todesfällen treten nur unspezifische Symptome auf. Bei gehäuften Tierabgängen müssen Untersuchungen durchgeführt werden, um ASP als Ursache auszuschliessen.

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Aktuell

Verhindern Sie die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in die Schweiz

Von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind heute Osteuropa und Russland betroffen, und sie breitet sich bis zur polnischen Grenze unweit der deutschen Grenze aus. Aufgrund der Lockerung der Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus nehmen Reisen wieder zu und das Risiko, dass die Krankheit in die Schweiz eingeschleppt wird, erhöht sich. Reisenden aus den betroffenen Ländern wird dringend davon abgeraten, Schweinefleischerzeugnisse mitzubringen.

(14.07.2020)

Aktuelle internationale Situation

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Fälle in Europa, Russland und Asien.

 
 
 
 
 
 

Die Seuche breitet sich in Europa aus und könnte eines Tages auch die Schweiz erreichen. Das BLV verfolgt die Entwicklung laufend und informiert die Tierhaltenden und die Tierärzteschaft über die aktuelle Situation.

Um die Einschleppung der Seuche in die Schweiz zu verhindern, hat das BLV die Einfuhr von lebenden Schweinen, Genetikprodukten, Fleisch, Fleischprodukten und tierischen Nebenprodukten von Schweinen aus betroffenen Regionen eingeschränkt.

Ansteckung und Verbreitung

Die Afrikanische Schweinepest wird in der Tierseuchenverordnung zu den hochansteckenden Tierseuchen gezählt. Sie ist aber weit weniger ansteckend als etwa die Maul- und Klauenseuche oder die klassische Schweinepest. Allerdings verläuft sie bei mehr als 90 % der angesteckten Schweine tödlich.

Das Virus kommt im Blut, Kot, Urin, Speichel sowie in der Muskulatur und in den Organen eines erkrankten Tieres vor. Es kann im Fleisch, im Tierkadaver oder in der Umwelt lange überleben. Der Erreger wird durch direkten Tierkontakt übertragen. Der Erreger kann sich auch indirekt über Geräte und Transportfahrzeuge oder weggeworfene, erregerhaltige Fleischabfälle verbreiten. Für die Verschleppung der ASP über weite Distanzen sind meist menschliche Aktivitäten verantwortlich. Die Ausbreitung durch Wildschweine erfolgt nur langsam und über kurze Distanzen.

ASP Virus Verbreitung

Die Krankheit ist seit langem in gewissen afrikanischen Ländern wie auch auf Sardinien verbreitet. 2007 trat sie in Georgien auf und breitete sich dann in Russland und im östlichen Teil der EU aus. Die tschechische Republik ist das erste von ASP betroffene Land, das die Krankheit ausrotten konnte.

Was tun? 

  • Das BLV empfiehlt Privatpersonen dringend, auf das Mitbringen von Schweinefleischprodukten zu verzichten, wenn sie aus von ASP betroffenen Ländern in die Schweiz zurückkehren. Die zuständigen Behörden in den betroffenen Ländern geben den Lebensmittelbetrieben Anweisungen, welche Produkte in andere Länder versendet werden dürfen und welche nicht. Privatpersonen, die selber dort einkaufen, sehen jedoch nicht, ob sie Produkte kaufen, die nur für den Konsum im betroffenen Land bestimmt sind. Von diesen Produkten geht trotz Vorsichtsmassnahmen ein höheres Risiko aus, dass sie den Seuchenerreger enthalten.
  • Speisereste sollen grundsätzlich nur in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.
  • Aufgrund der Entwicklung ist eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Tierhaltenden, Tierärzten, der Jägerschaft und der Wildhut nötig.
  • Bei unklaren Anzeichen, aber ohne dringenden Seuchenverdacht können auch nicht-amtliche Tierärzte nach telefonischer Rücksprache mit dem IVI Proben nehmen, um eine Ausschlussuntersuchung durchführen zu lassen. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.
  • Schweinebetriebe können das Ansteckungsrisiko für ASP stark reduzieren, indem sie grundlegende Biosicherheitsmassnahmen einhalten.

Es existiert kein Impfstoff gegen die Krankheit.

Symptome

Die Symptome unterscheiden sich je nach Verlaufsform:

  • Akuter Verlauf: Bei mehreren Tieren hohes Fieber, plötzliche Todesfälle, Blauverfärbung der Ohrspitzen und Extremitäten, Blutungen auf der Haut.
  • Chronischer Verlauf: Bei mehreren Tieren unspezifische klinische Symptome wie Fieber, Kümmern, Durchfall, Aborte, schlechte Mastleistung, Hautrötungen und Blutungen, gehäufte Infektionen mit Tierverlusten im Bestand.

Bei diesen Symptomen muss sofort der Bestandestierarzt benachrichtigt werden, damit ein Seuchenverdacht abgeklärt werden kann!

Ausschlussuntersuchung

Bei unklaren Anzeichen, die an die Afrikanische Schweinepest erinnern, können Tierärzte nach Rücksprache mit dem Institut für Virologie und Immunologie (IVI) zur Abklärung Proben für eine Ausschlussuntersuchung untersuchen lassen. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.

Vorgehen siehe auch Vademecum auf der Website des IVI.

Meldepflicht

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Tierseuche. Es besteht eine Meldepflicht für alle, die Tiere halten, betreuen oder behandeln. Verdachtsfälle müssen sofort dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin gemeldet werden. Im Seuchenfall finden Tierhaltende unter „Weitere Informationen > Im Seuchenfall“ wichtige Angaben. Für den Veterinärvollzug sind die Notfalldokumente im Extranet abgelegt.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 06.08.2020

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