Tierversuche

Tierversuche dürfen in der Schweiz nur durchgeführt werden, wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen. Für die Haltung der Versuchstiere gelten ebenso strenge Regeln wie für die Aus- und Weiterbildung der Forschenden, welche mit Tieren arbeiten.

Tierversuche

Aktuell

Bundesrat lehnt Initiative zum Verbot von Tierversuchen ab

Der Bundesrat spricht sich gegen die Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt (Tierversuchsverbotsinitiative)» aus. Er hat die entsprechende Botschaft an seiner Sitzung vom 13. Dezember 2019 ans Parlament überwiesen.

Der Bundesrat ist der Ansicht, dass Mensch und Tier in der Forschung bereits gut geschützt sind. Zudem würde das geforderte Importverbot die Schweizer Bevölkerung benachteiligen.

(13.12.2019)

Die Schweiz hat eine der umfassendsten Tierschutzgesetzgebungen weltweit. Der Bereich Tierversuche ist besonders strikt geregelt: Jeder einzelne beantragte Tierversuch wird von einer kantonalen Tierversuchskommission begutachtet. Die Forschenden müssen aufzeigen, dass der Nutzen für die Gesellschaft grösser ist als das Leiden der Tiere (Güterabwägung).

Tierversuche 2018: weniger eingesetzte Versuchstiere

2018 wurden in der Schweiz 586 643 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Dies entspricht einem Rückgang um 4,6 % gegenüber 2017. Gegenüber 2009 ist die Zahl der verwendeten Tiere um mehr als 16,9 % gesunken.

Tierversuche 2009-2018: 2018 wurden weniger Tiere in Tierversuchen verwendet

Unterschiedliche Belastungsstufen je nach Tierversuch

Die Belastungen für die Versuchstiere sind in die vier Schweregrade 0 bis 3 eingeteilt. Bei Tierversuchen mit Schweregrad 0, beispielsweise im Zusammenhang mit der Fütterung oder Haltung, werden die Tiere nicht belastet. Umgekehrt sind Tierversuche mit Schweregrad 3 sehr belastend.

Tierversuche 2009-2018: Entwicklung der Schweregrade nach Anzahl Tieren

2018 kamen insgesamt 71,1 % der Tiere in nicht oder wenig belastenden Versuchen zum Einsatz (Schwergrad 0 und 1). Rund 26,2 % der Tiere waren einer mittelschweren Belastung (Schweregrad 2) und 2,7 % einer schweren Belastung (Schweregrad 3) ausgesetzt.

3R – Replace, Reduce, Refine

Tierversuche dürfen nur bewilligt werden, wenn keine alternativen Methoden vorhanden sind, mit denen eine Fragestellung beantwortet werden kann. Die Anzahl Versuchstiere und die Belastung der Tiere müssen auf ein Minimum beschränkt werden.

Schweregrad und Güterabwägung

Die Güterabwägung zeigt auf, ob ein Tierversuch bewilligt und durchgeführt werden kann. Dabei wird der erwartete Erkenntnisgewinn der Belastung der Tiere gegenübergestellt.

Antrag und Bewilligung

Jeder einzelne Tierversuch und jede Haltung von Versuchstieren muss in der Schweiz bewilligt werden. Das strenge Verfahren hat zum Ziel, die Tiere vor Belastungen zu schützen, die nicht gerechtfertigt werden können.

Bericht und Meldung

Wer Tierversuche durchführt, ist verpflichtet, regelmässig die Anzahl der Versuchstiere zu melden und über abgeschlossene Versuche zu berichten.

Aus- und Weiterbildung

Wer Tierversuche durchführt, muss über die nötigen Kenntnisse verfügen, eine spezifische Ausbildung machen und Fortbildungen besuchen. Auch Personen, welche Versuchstiere betreuen, müssen ausgebildet sein und sich regelmässig fortbilden.

Forschende

Der Umgang mit Versuchstieren ist klar geregelt. Neben den gesetzlichen Vorgaben stellen wir Ihnen auf dieser Seite spezifische Fachinformationen, Erläuterungen und Formulare zur Verfügung. Tierversuche müssen mit der Webapplikation e-tierversuche verwaltet werden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 13.12.2019

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