3R – Replace, Reduce, Refine – Tierversuche ersetzen, reduzieren, verbessern

Tierversuche dürfen nur bewilligt werden, wenn keine alternativen Methoden vorhanden sind, mit denen eine Fragestellung beantwortet werden kann. Die Anzahl Versuchstiere und die Belastung der Tiere müssen auf ein Minimum beschränkt werden.

Aktuell

Alternativen zu CO2 – Das Leben von Tieren humaner beenden

Mäuse und Ratten werden mit Kohlendioxid (CO2) euthanasiert, weil viele Tiere gleichzeitig euthanasiert werden können und die Tiere dazu nicht angefasst werden müssen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse stellen die Eignung von CO2 für die Euthanasie von Nagern aus Tierschutzsicht jedoch in Frage.

Das BLV überprüft die Eignung von CO2 für die Euthanasie von Mäusen und Ratten im Rahmen seiner Verpflichtung zur Förderung der 3R. Wie alle Handlungen an Versuchstieren muss auch die Euthanasie von Versuchstieren mit dem 3R-Prinzip Refinement kontinuierlich verbessert werden.

Das BLV hat dazu bereits zwei 3R-Symposien durchgeführt. Das 3R-Symposium – Alternatives to CO2 von 2018 hatte gezeigt, dass Alternativen zu CO2 gefunden werden müssen (Axiak Flammer et al. 2019). Am zweiten 3R-Symposium – Alternatives to CO2 von 2019 wurden aktuelle Forschungsergebnisse und der Entwurf zu einer Forschungsstrategie für Alternativen zu CO2 präsentiert. Die Publikation von Steiner et al. 2019 zeigt Forschungsprioritäten für das humanere Beenden des Lebens von Tieren auf.

Das nächste Symposium in dieser Reihe organisiert das BLV zusammen mit der Universities Federation for Animal Welfare UFAW und der Humane Slaughter Association HSA. Das ‘FSVO/UFAW/HSA-Symposium – Humanely ending the life of animals’ findet am 3./4. November 2020 als Online-Veranstaltung statt. Detaillierte Informationen finden Sie auf der UFAW-Webseite.

 

(24.09.2020)

In der Schweiz sind Forschende verpflichtet, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken. Es müssen Alternativmethoden anstelle von Tierversuchen verwendet werden, wenn das möglich ist. Die 3R-Prinzipien (replace, reduce, refine) fordern die Schaffung von Alternativmethoden zu Tierversuchen, die Reduktion der Tierversuche auf das absolute Minimum und die Verbesserung von Tierversuchen, damit die Tiere so wenig wie möglich belastet werden, siehe auch unter «Weitere Informationen > Links: Russell and Burch, The Principles of Humane Experimental Technique». 

Die pharmazeutische Industrie, Forschende, Versuchstierfachleute, der Bund, der Tierschutz und die Politik setzen sich seit 30 Jahren für die Anwendung der 3R-Prinzipien ein. Damit ist es gelungen, die Anzahl Tierversuche von 2 Millionen auf 600‘000 Tiere zu senken und die Belastung der Tiere zu reduzieren.

Der Bundesrat hat 2015 einen Bericht über Tierversuche in der Schweiz verabschiedet. Dieser zeigt auf, wie die Erforschung von Alternativmethoden gefördert, die Zahl der Tierversuche verringert und die Belastung der Tiere vermindert werden kann. Der Bundesrat schlägt hierzu mehrere Massnahmen vor (siehe «Weitere Informationen»). 

Von der Stiftung Forschung 3R zum 3R Kompetenzzentrum 

Von 1987 bis 2018 war es die Stiftung Forschung 3R, die 3R-Forschungsprojekte zu den 3R-Prinzipien finanziert hatte. Die Stiftung war ein Gemeinschaftswerk der parlamentarischen Gruppe für Tierversuchsfragen, der Stiftung Animalfree Research und der Interpharma. Sie stand unter der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Innern. Das BLV war im Stiftungsrat und im Expertenausschuss vertreten. Die Stiftung Forschung 3R wurde im März 2018 vom 3R Kompetenzzentrum Schweiz abgelöst.

Mit der Schaffung des 3R Kompetenzzentrums 3RCC übernehmen die Hochschulen und die pharmazeutische Industrie die Verantwortung für die Etablierung einer 3R-Kultur in der Schweiz.  Das 3RCC finanziert nicht nur 3R-Forschungsprojekte. Sein Leistungsauftrag umfasst auch Ausbildung und Kommunikation. Politik, Bund und Tierschutz unterstützen das 3RCC in Führungsgremien. Das BLV beteiligt sich an der strategischen Führung. Das 3RCC besteht aus einer Geschäftsstelle in Bern und einem Netzwerk von 3R-Verantwortlichen an den Hochschulen. 

An den Kosten des Zentrums beteiligen sich Bund (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und BLV), Interpharma und die beteiligten Hochschulen.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 25.09.2020

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