3R – Replace, Reduce, Refine – Tierversuche ersetzen, reduzieren, verbessern

Tierversuche dürfen nur bewilligt werden, wenn keine alternativen Methoden vorhanden sind, mit denen eine Fragestellung beantwortet werden kann. Die Anzahl Versuchstiere und die Belastung der Tiere müssen auf ein Minimum beschränkt werden.

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Aktuell

Nationales Forschungsprogramm lanciert: Tiere, Forschung und Gesellschaft

Der Bundesrat hat heute ein neues nationales Forschungsprogramm lanciert:«Advancing 3R – Tiere, Forschung und Gesellschaft».

Mit dem Programm wird erforscht, wie die Anzahl Tierversuche reduziert und die Tierversuche selbst weniger belastend werden. Zudem werden Grundlagen zu ethischen und gesellschaftlichen Aspekten erarbeitet. Das mit 20 Millionen Franken dotierte Programm dauert fünf Jahre. Mehr Informationen zum Projekt: Nationale Forschungsprogramme - SNF.

Das Projekt orientiert sich an den 3R-Prinzipien: Replace, Reduce, Refine (Ersetzen, Reduzieren, Verbessern). Mehr Informationen zu den 3R: 3R Kompetenzzentrum Schweiz.

(03.02.2021)

In der Schweiz sind Forschende verpflichtet, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken. Es müssen Alternativmethoden anstelle von Tierversuchen verwendet werden, wenn das möglich ist. Die 3R-Prinzipien (replace, reduce, refine) fordern die Schaffung von Alternativmethoden zu Tierversuchen, die Reduktion der Tierversuche auf das absolute Minimum und die Verbesserung von Tierversuchen, damit die Tiere so wenig wie möglich belastet werden, siehe auch unter «Weitere Informationen > Links: Russell and Burch, The Principles of Humane Experimental Technique». 

Die pharmazeutische Industrie, Forschende, Versuchstierfachleute, der Bund, der Tierschutz und die Politik setzen sich seit 30 Jahren für die Anwendung der 3R-Prinzipien ein. Damit ist es gelungen, die Anzahl Tierversuche von 2 Millionen auf 600‘000 Tiere zu senken und die Belastung der Tiere zu reduzieren.

Der Bundesrat hat 2015 einen Bericht über Tierversuche in der Schweiz verabschiedet. Dieser zeigt auf, wie die Erforschung von Alternativmethoden gefördert, die Zahl der Tierversuche verringert und die Belastung der Tiere vermindert werden kann. Der Bundesrat schlägt hierzu mehrere Massnahmen vor (siehe «Weitere Informationen»). 

Von der Stiftung Forschung 3R zum 3R Kompetenzzentrum 

Von 1987 bis 2018 war es die Stiftung Forschung 3R, die 3R-Forschungsprojekte zu den 3R-Prinzipien finanziert hatte. Die Stiftung war ein Gemeinschaftswerk der parlamentarischen Gruppe für Tierversuchsfragen, der Stiftung Animalfree Research und der Interpharma. Sie stand unter der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Innern. Das BLV war im Stiftungsrat und im Expertenausschuss vertreten. Die Stiftung Forschung 3R wurde im März 2018 vom 3R Kompetenzzentrum Schweiz abgelöst.

Mit der Schaffung des 3R Kompetenzzentrums 3RCC übernehmen die Hochschulen und die pharmazeutische Industrie die Verantwortung für die Etablierung einer 3R-Kultur in der Schweiz.  Das 3RCC finanziert nicht nur 3R-Forschungsprojekte. Sein Leistungsauftrag umfasst auch Ausbildung und Kommunikation. Politik, Bund und Tierschutz unterstützen das 3RCC in Führungsgremien. Das BLV beteiligt sich an der strategischen Führung. Das 3RCC besteht aus einer Geschäftsstelle in Bern und einem Netzwerk von 3R-Verantwortlichen an den Hochschulen. 

An den Kosten des Zentrums beteiligen sich Bund (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und BLV), Interpharma und die beteiligten Hochschulen.

Ein Forschungsprojekt zu Refinement - Alternativen zu CO2

Mäuse und Ratten werden mit Kohlendioxid (CO2) euthanasiert, nach dem Tierversuch und auch in Versuchstierhaltungen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse stellen die Eignung von CO2 für die Euthanasie von Nagern aus Tierschutzsicht jedoch in Frage.

Das BLV überprüft die Eignung von CO2 für die Euthanasie von Mäusen und Ratten im Rahmen seiner Verpflichtung zur Förderung der 3R. Wie alle Handlungen an Versuchstieren muss auch die Euthanasie von Versuchstieren mit dem 3R-Prinzip Refinement kontinuierlich verbessert werden.

Das BLV hat am 3R-Symposium von 2018 die grosse Tierschutzrelevanz der Euthanasie von Tieren aufgezeigt (Axiak Flammer et al. 2019). Als Ergebnis des 3R-Symposiums von 2019 haben internationale Forscherinnen und Forschern Prioritäten für die wissenschaftliche Erforschung von Alternativen zu CO2 publiziert (Steiner et al. 2019).

Das 3R-Symposium von 2020 hat das BLV zusammen mit der Universities Federation for Animal Welfare UFAW und der Humane Slaughter Association HSA organisiert. Die Präsentationen des FSVO/UFAW/HSA Online Symposiums – Humanely ending the life of animals finden Sie auf dieser Webseite. Im UFAW Newsletter Spring 2021 , Seite 7, finden Sie einen Bericht über das Symposium. Unten finden Sie die Abstracts zu den Vorträgen des Symposiums.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 29.03.2021

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