Zuckerreduktion

Zu hoher Zuckerkonsum kann der Gesundheit schaden. Nicht nur Süssigkeiten sind zuckerhaltig, sondern auch Joghurts, Milchdrinks oder Müeslimischungen.

Zuckerwürfel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Konsum von Zucker auf maximal 10 % der Energiezufuhr einzuschränken. Bei einer Zufuhr von 2000 kcal pro Tag bedeutet dies 50 g Zucker. Wie viel Zucker in der Schweiz konsumiert wird, ist nicht genau bekannt. Abgeleitet von Zahlen des Schweizer Bauernverbandes schätzt das BLV den Konsum auf ungefähr 110 g pro Person und Tag. Das ist deutlich mehr, als die WHO empfiehlt. Das BLV setzt sich in Zusammenarbeit mit den Produzenten für eine Zuckerreduktion in Lebensmitteln ein.

Zucker ist nicht gleich Zucker

In der Nährwertdeklaration verpackter Produkte findet sich bei den Kohlenhydraten meist auch die Angabe «davon Zucker». Dabei handelt es sich um alle im Produkt vorhandenen Zuckerarten. Das sind einerseits solche, die von Natur aus im Lebensmittel vorkommen. Andererseits sind dies Zuckerarten, die zum Süssen beigegeben wurden, wie z. B. Honig, Sirupe oder Fruchtsaftkonzentrate.

Das BLV fokussiert sich auf die Reduktion der zweiten Kategorie, d.h. die des zugesetzten Zuckers. Aktuell stehen die Joghurts und Frühstückscerealien im Zentrum der Bemühungen, denn diese Produktkategorien werden trotz ihres teilweise sehr hohen Zuckergehaltes als gesund wahrgenommen (siehe Leitfaden unter Weitere Informationen).

Aufgrund der Resultate der nationalen Ernährungserhebung «menuCH» wird zurzeit abgeklärt, welche weiteren Produktekategorien für eine solche Zuckerreduktion als nächstes dran sind.

Erklärung von Mailand

Am 4. August 2015 unterzeichneten folgende zehn Schweizer Firmen gemeinsam mit Bundesrat Alain Berset die Erklärung von Mailand: bio-familia AG, Bossy Céréales SA, Coop Genossenschaft, Cremo SA, Emmi Schweiz, Migros-Genossenschafts-Bund, Molkerei Lanz AG, Nestlé Suisse SA, Schwei¬ze¬rische Schälmühle E. Zwicky AG und Wander AG. Mit der Unterschrift verpflichteten sich die Firmen, die Rezepturen ihrer Produkte zu überprüfen und, wo möglich, den Zucker in ihren Joghurts und Frühstückscerealien im Verlauf der nächsten Jahre schrittweise zu reduzieren. Zwei Jahre später konnten mit Aldi Suisse AG, Danone AG, Kellogg (Schweiz) GmbH und Lidl Schweiz vier weitere Firmen dazugewonnen werden, sich der Erklärung von Mailand anzuschliessen (siehe Weitere Informationen).

Runder Tisch zur Zuckerreduktion in Joghurt und Frühstückscerealien vom 5. September 2017
Runder Tisch zur Zuckerreduktion in Joghurt und Frühstückscerealien vom 5. September 2017

An einem runden Tisch im September 2017 haben Bundesrat Alain Berset und die vierzehn Lebensmittelproduzenten und Vertreter des Detailhandels konkrete Ziele zur Zuckerreduktion vereinbart. Bis Ende 2018 wird eine weitere Reduktion des zugesetzten Zuckers um durchschnittlich 2,5 % bei allen Joghurts und durchschnittlich 5 % bei allen Frühstückscerealien der Erklärung angestrebt.

Einzelne Unternehmen haben die in der Erklärung von Mailand festgelegten Ziele auch mit Aktionsversprechen im Rahmen von actionsanté konkretisiert.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 19.10.2018

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