Furocumarine

Furocumarine sind fototoxische Stoffe, die in gewissen Pflanzen natürlich vorkommen, beispielsweise in den Schalen von Zitrusfrüchten. Für kosmetische Produkte, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sein können, gilt ein Höchstwert.

Furcocumarine

Gesetzliche Bestimmungen

Die Furocumarine sind in der Verordnung über kosmetische Mittel geregelt (Art. 6 Abs. 1 VKos in Verbindung mit Art. 54 Abs. 7 der Verordnung über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände LGV). Sie sind in Kosmetikprodukten verboten, ausgenommen sind Mengen, die natürlich in ätherischen Ölen vorkommen. Produkte, die der Sonne ausgesetzt sein können, dürfen nur Mengen kleiner als 1 mg/kg (=1 ppm/Anteile pro Million) enthalten. 

Dieser Grenzwert gilt für alle Furocumarine und ist für Sonnenschutz- und Tagespflegemittel seit Langem im Schweizer Lebensmittelrecht geregelt. Seit dem 1. Mai 2017 ist eine leicht geänderte Formulierung in Kraft: Nun sind alle kosmetischen Produkte betroffen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sein könnten. 

Betroffene Produktegruppen

Diese Regelung möchte vermeiden, dass Furocumarine auf der Haut fototoxisch wirken, wenn die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. So müssen alle Produkte, die auf der Haut bleiben («leave-on») und die bei Normalbedingungen direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sein können, den Grenzwert von 1 ppm einhalten. 

Insbesondere folgende Mittel fallen unter diese Regelung (nicht abschliessende Liste):

  • Cremes, Emulsionen, Lotionen, Gels und Öl für die Haut
  • Lippenpflegemittel und -kosmetika
  • Sonnenschutz- und Selbstbräunungsmittel
  • After-Shave-Mittel, die auf der Haut bleiben

Folgende Mittel fallen nicht unter diese Regelung (nicht abschliessende Liste):

  • Nagelpflegemittel und -kosmetika
  • Haarbehandlungsmittel
  • Zahn- und Mundpflegemittel
  • Deodorants
  • Nachtpflegemittel
  • Mittel, die abgespült werden («rinse-off»)
  • Parfüms, Eaux de Toilette und Kölnischwasser (sie werden nicht an Orten angewendet, die direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind und ihr Expositionsniveau ist daher sehr klein). 

Mit Furocumarinen verbundene Risiken

Furocumarine sind fototoxische Stoffe: Werden gewisse Furocumarine von UV-Strahlen aktiviert, können sie beispielsweise mit Eiweissen oder mit der DNA der Haut reagieren. Diese Reaktionen können die Hautzellen stark verändern (Hautrötungen oder Schwellungen). Auf lange Sicht können Furocumarine das Erbgut der Zellen verändern und Hautkrebs verursachen (genotoxische Karzinogenität).

Weitere Informationen

Letzte Änderung 09.07.2018

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