Titandioxid

Die Bewertung der Lebensmittelsicherheit des Zusatzstoffes Titandioxid (E 171) wird seit Längerem thematisiert. Am 6. Mai 2021 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die aktualisierte Sicherheitsbewertung für E 171 veröffentlicht. E 171 gilt demnach bei der Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher.

Aktuell

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Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff wird in der Schweiz verboten

09.03.2022: Das BLV verbietet aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten die Verwendung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E171). Das Verbot tritt am 15. März 2022 mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten in Kraft. Bis am 15. September 2022 dürfen Lebensmittel nach bisherigem Recht hergestellt und in Verkehr gebracht werden. Danach ist eine Abgabe dieser Lebensmittel noch bis zum Ablauf ihrer Haltbarkeit möglich. Die Bewertung der EFSA bildete die Grundlage für die Entscheidung, Titandioxid in der Schweiz zu verbieten.

Titandioxid ist ein weisser Farbstoff, der in Süsswaren und Überzügen verwendet wird. Bei Dragées und Kaugummi gibt eine Titandioxidbeschichtung den Farben mehr Brillanz und Leuchtkraft. Kapseln und Überzüge werden mit Titandioxid glänzend und lichtdicht gemacht. In der Schweiz ist Titandioxid seit 1979 als Farbstoff zulässig.

Risiken und Bewertung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Mai 2021 mögliche gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E 171) auf Basis aller derzeit verfügbaren relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse neu bewertet.

Nach Auswertung der verfügbaren Daten konnte der Verdacht bezüglich einer erbgutschädigenden Wirkung von Titandioxid-Partikeln nicht entkräftet werden. Daher und aufgrund weiterer wissenschaftlicher Unsicherheiten kamen die Expertinnen und Experten der EFSA zu dem Schluss, dass die Verwendung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden kann.

Massnahmen und Empfehlungen

Es besteht keine akute Gesundheitsgefahr durch den Konsum von mit Titandioxid gefärbten Lebensmitteln. Es liegen keine Hinweise auf eine schädliche Wirkung vor. Lebensmittel mit E 171 können weiterhin verzehrt werden. Aufgrund der Unsicherheiten wird jedoch die Verwendung von E 171 als Lebensmittelzusatzstoff verboten.

An Zusatzstoffe werden besonders hohe gesundheitliche Anforderungen gestellt. Sie werden streng geprüft und reguliert. Die Verwendung von Zusatzstoffen ist ausserdem kennzeichnungspflichtig: Sie müssen bei vorverpackten Lebensmitteln in der Zutatenliste angegeben werden. Konsumentinnen und Konsumenten können daher schon jetzt Lebensmittel meiden, die E 171 enthalten, falls sie diese nicht konsumieren möchten.

Fragen und Antworten

Letzte Änderung 09.03.2022

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