Inhalts- und Zusatzstoffe

Inhaltsstoffe sind Substanzen, die natürlicherweise in den Lebensmitteln vorkommen. Zusatzstoffe werden hingegen aus technologischen Gründen einem Lebensmittel zugesetzt.

Titandioxid

Aktuell

Frankreich verbietet Lebensmittel mit Titandioxid für ein Jahr – Schweiz zieht nicht nach

In Frankreich dürfen seit 1. Januar 2020 keine Lebensmittel mit dem Zusatzstoff Titandioxid in Umlauf gebracht werden. Das Verbot für den Zusatzstoff, der sich unter anderem in Kaugummi findet, gilt vorerst für ein Jahr. Frankreich stützt sich bei seinem Entscheid auf ein Gutachten der französischen Risikobeurteilungsbehörde Anses .

Das BLV kam zusammen mit der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) zum Schluss, dass die Studien, auf welche sich Frankreich stützt, noch zu wenig begründete Kenntnisse liefern. Zwar kommt auch Frankreich zu diesem Schluss, möchte jedoch vorsorglich für ein Jahr auf Titandioxid verzichten.

Die EFSA hatte 2016 zur oralen Aufnahme von Titandioxid bekanntgegeben, dass nach den bis dahin verfügbaren Daten keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken für Konsumentinnen und Konsumenten vorliegen. Voraussichtlich Mitte 2020 werden weiterführende Studien verfügbar sein. Aufgrund dieser Faktenlage und der baldigen Resultate erachtet der Bundesrat ein Verbot von Titandioxid in der Schweiz als nicht gerechtfertigt.

Titandioxid ist als Zusatzstoff (Farbstoff, E171) zugelassen und kann als weisses Farbpigment unter anderem in Süsswaren und Überzügen verwendet werden. Dabei ist die hohe Leucht- und Deckkraft des Weisspigments von Nutzen.

(08.01.2020)

Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe kommen natürlicherweise in Lebensmitteln vor und können sowohl erwünschte als auch unerwünschte Eigenschaften haben. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen mit erwünschten Wirkungen gehören Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette, für die das BLV Empfehlungen zum täglichen Bedarf publiziert. Zu den Inhaltsstoffen mit unerwünschten Eigenschaften gehören zum Beispiel pflanzliche Stoffe, die für den Menschen in gewissen Mengen toxisch sein können, wie Solanin oder Bisphenol F.

Nährstoffe

Das BLV veröffentlicht Empfehlungen zum täglichen Bedarf an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sowie zum Bedarf an Nährstoffen für Personen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen.

Bisphenol F

Bisphenol F (BPF) ist eine chemische Verbindung, die in Kunststoffen verwendet wird. Sie wurde auch in Senf aus weissen Senfkörnern nachgewiesen. Das BLV stuft die Gesundheitsrisiken von BPF in Senf als gering ein.

Cannabis, Hanfextrakte und Cannabinoide als Lebensmittel

Lebensmittel mit Hanfextrakten oder Cannabinoiden (wie CBD) liegen auch in der Schweiz im Trend. Bei Cannabinoiden und Hanfextrakten handelt es sich jedoch grundsätzlich um neuartige Lebensmittel, weshalb sie nicht nach Belieben Lebensmitteln beigegeben werden können.

Zusatzstoffe

Zusatzstoffe können Beschaffenheit sowie Haltbarkeit und Sicherheit eines Lebensmittels verbessern. Sie können natürlichen Ursprungs oder künstlich hergestellt sein und dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie gesundheitlich unbedenklich und technologisch notwendig sind. Weiter dürfen Konsumentinnen und Konsumenten durch ihre Verwendung nicht getäuscht werden. Wer Lebensmittel herstellt, darf nur geprüfte Stoffe, die im Anhang 1a der Zusatzstoffverordnung genannt sind, verwenden.

Stevia

Die Blätter der südamerikanischen Stevia-Pflanze schmecken süss. Aus dieser Pflanze hergestellte Steviolglycoside sind nach dem Lebensmittelrecht als Zusatzstoff (E 960) zugelassen.

Sucralose

Sucralose (E 955) wird zum Süssen von Lebensmitteln verwendet. Beim Erhitzen von Lebensmitteln, die mit Sucralose gesüsst wurden, können Verbindungen entstehen, die möglicherweise gesundheitsschädlich sind.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 08.01.2020

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