Ausrottung BVD

Der grosse Einsatz hat sich gelohnt: Die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) ist in der Schweiz beinahe ausgerottet. Jetzt gilt es, die letzten PI-Tiere auszumerzen und Neuinfektionen zu verhindern. An alle Tierhaltenden und Veterinäre lautet der Appell: Wachsam bleiben.

BVD-Kuh-Alp

Aktuell

Der verstärkte Kampf gegen BVD zeigt Fortschritte, ist aber noch nicht gewonnen

In der Schweiz wurden 2018 total 180 Fälle der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) registriert. Das sind rund 30% weniger Fälle als im Vorjahr (258). Die Entwicklung ist das Resultat einer verstärkten Bekämpfung der Tierseuche. Noch ist das Ziel der vollständigen Ausrottung aber nicht ganz erreicht.

Aktuell sind schweizweit 55 Betriebe aufgrund eines BVD-Verdachts oder BVD-Falles gesperrt. Weitere 239 Betriebe haben einzelne trächtige Tiere im Bestand, die aufgrund von BVD vorsorglich gesperrt sind. Über die gesamte Schweiz gesehen sind 99.2% der Betriebe BVD-frei. Damit ist die Tierseuche in der Schweiz zwar noch nicht ausgerottet, aber auf sehr gutem Weg dazu.

(07.02.2019) 

Die Bovine Virus-Diarrhoe ist eine auszurottende Tierseuche. Von 2008 bis 2012 wurde sie mit einem speziellen Programm bekämpft (siehe „Weitere Informationen > BVD-Ausrottungsprogramm 2008–2012“): Zunächst wurden alle Rinder der Schweiz, anschliessend während vier Jahren alle neugeborenen Kälber auf das BVD-Virus untersucht. Durch gezieltes Ausmerzen von persistent mit dem Virus infizierten Tieren (PI-Tiere) konnte ihr Vorkommen unter den neugeborenen Kälbern von anfänglich 1,4 % auf unter 0,02 % (Dezember 2012) reduziert werden.

Seit 2012 werden die Betriebe, in denen BVD ausgerottet ist (BVD-freie Betriebe) aktiv überwacht. Im Rahmen dieses Untersuchungsprogramms werden Tankmilchproben bzw. Blutproben einer Gruppe von Rindern eines Betriebs darauf hin untersucht, ob sie Abwehrstoffe (sog. Antiköper) gegen die BVD aufweisen (siehe „Weitere Informationen > Die Überwachung der BVD heute“).

Mit den getroffenen Massnahmen und Dank des grossen Einsatzes von Tierhaltenden, Tierärzteschaft und Veterinärbehörden sind heute über 99 % der Schweizer Rindviehhaltungen amtlich anerkannt frei von der BVD.

Allerdings ist die BVD noch nicht vollständig ausgerottet. Jedes heute noch vorhandene PI-Tier kann das Virus massiv verbreiten und so den bisher erreichten Erfolg des BVD-Ausrottungsprogramms gefährden. Daher sind Tierhaltende und Veterinäre aufgefordert, wachsam zu bleiben. Die letzten PI-Tiere müssen aufgespürt und ausgemerzt werden. Sperren sind strikt einzuhalten. Gesperrte Kühe müssen zum Abkalben isoliert und ihre neugeborenen Kälber auf das BVD-Virus untersucht werden.  

Kümmernde Kälber, Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte können durch BVD verursacht sein. Tiere – insbesondere nach der Sömmerung – sollten daher genau beobachtet und bei Auffälligkeiten getestet werden.

Beim Rinderkauf ist zusätzlich Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, den BVD-Status des Rindes und seines Herkunftsbetriebs vorgängig in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) zu überprüfen, um eine Viruseinschleppung in den Betrieb zu vermeiden. Weitere Tipps dazu sind im Merkblatt „So bleibt die Rindviehhaltung BVD-frei“ festgehalten, welches kostenlos bestellt werden kann (siehe „Weitere Informationen“).  

 

Weitere Informationen

Letzte Änderung 07.02.2019

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