Antibiotika

Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente. Sie werden gebraucht, um Krankheiten zu behandeln, die durch Bakterien verursacht werden. Immer häufiger verlieren Antibiotika aber ihre Wirkung, weil die Bakterien resistent werden.

Aktuell

Antibiotikaresistenzen bei Tieren: Gezielte Massnahmen dank neuem Informationssystem

Der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen in der Schweiz soll verstärkt werden. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 31. Oktober 2018 die Verordnung über das Informationssystem Antibiotika in der Veterinärmedizin (ISABV-V) verabschiedet. Das neue Informationssystem soll ermöglichen, einen Überblick über den Verbrauch von Antibiotika in der Veterinärmedizin zu erhalten und gestützt darauf gezielte Massnahmen zu ergreifen.

(31.10.2018) 

Aufgezogene Medikamentenspritze

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien

Bei Menschen und Tieren gibt es viele Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden. Um derartige Krankheiten zu behandeln, müssen oft Antibiotika eingesetzt werden. Diese hindern Bakterien daran, sich zu vermehren, oder töten sie ab. So bekämpft ein Antibiotikum die Ursache einer Krankheit und lindert, im Unterschied zu Schmerzmitteln, nicht nur ihre Anzeichen. Gegen Viren (sie verursachen z. B. Grippe) wirken Antibiotika hingegen nie.

Ein Antibiotikum wird sorgfältig gewählt

Es gibt viele verschiedene Antibiotikaklassen. Um die bakterielle Ursache einer Krankheit erfolgreich zu behandeln, wählt eine Tierärztin/ein Tierarzt das Antibiotikum sorgfältig. Grund: Ein Antibiotikum wirkt nicht gegen alle Arten von Bakterien, vielmehr wirkt ein Antibiotikum oft sehr spezifisch, d. h. jeweils nur gegen Bakterien, die bestimmte Eigenschaften haben. Ein Antibiotikum wahllos anzuwenden fördert die Verbreitung von Resistenzen.

Entscheidend ist die korrekte Anwendung

Antibiotika können ihre Wirkung nur vollständig entfalten, wenn sie so angewendet werden, wie sie von einer Tierärztin/einem Tierarzt verschrieben wurden. Auf keinen Fall darf die Dosierung oder die Dauer einer Behandlung ohne Rücksprache geändert werden. Auch wenn die Anzeichen einer Krankheit bereits abgeklungen sind, können ursächliche Bakterien noch im Körper vorhanden sein. Wird die Behandlung zu früh abgebrochen, können sich die Bakterien von neuem vermehren und resistente Bakterien werden begünstigt. Dies kann den Erfolg einer späteren antibiotischen Behandlung gefährden.

Eine gemeinsame Verantwortung

Sowohl Tierärztinnen und Tierärzte als auch Tierhaltende sind für den fachgerechten Umgang mit Antibiotika verantwortlich. Tierärztinnen und Tierärzte wählen ein Antibiotikum nur dann zur Therapie, wenn Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung besteht. Tierhaltende haben sich bei der Anwendung an die Anweisungen zu halten. So tragen Tierärzte und Tierhaltende gemeinsam dazu bei, dass Antibiotika auch zukünftig noch wirken.

StAR – Damit Antibiotika morgen noch wirken

In den vergangenen Jahren haben Antibiotika an Wirkung eingebüsst. Um ihre Wirksamkeit langfristig zu sichern und die Ausbreitung resistenter Bakterien einzudämmen, hat der Bundesrat eine breit abgestützte nationale Strategie gegen Antibiotikaresistenzen (StAR) verabschiedet, die nun in verschiedenen Bereichen umgesetzt wird.

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Letzte Änderung 31.10.2018

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