Tierarzneimittel

Um Krankheiten von Tieren zu heilen, zu lindern, oder auch zu verhüten werden Tierarzneimittel eingesetzt. Nur bei fachgerechtem Umgang und der Einhaltung der rechtlichen Grundlagen bleibt die Wirkung der Medikamente erhalten.

Aktuell

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Anpassung der Tierarzneimittelverordnung verabschiedet

03.06.2022: Der Bundesrat hat am 3. Juni 2022 die Anpassung der Tierarzneimittelverordnung (TAMV) verabschiedet. Damit werden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, um nötigenfalls wirksame und verhältnismässige Massnahmen zur Senkung des Antibiotikaverbrauchs bei Tieren ergreifen zu können. Die Massnahmen richten sich sowohl an die Tierärzteschaft wie auch die Tierhaltenden. Sie fokussieren auf die Information über die Höhe des jeweiligen Antibiotikaverbrauchs im Vergleich zum Durchschnitt, die genaue Ursachenklärung eines erhöhten Verbrauchs, die gezielte Weiterbildung sowie die Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen der Tierärzteschaft und den Tierhaltenden. Ziel ist es, den sachgemässen Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin zu verbessern sowie die Versorgung mit Tierarzneimitteln sicherzustellen.

Tierarzneimittel (TAM) können chemischen oder biologischen Ursprungs sein. Sie werden zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten und Verletzungen bei Tieren eingesetzt.

Medikamente können unterschiedlich wirken: Sie können z.B. den Körper auf das mögliche Auftreten von Krankheiten vorbereiten, Fieber senken, Schmerzen lindern oder Krankheitserreger bekämpfen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist, dass ein geeignetes TAM korrekt verschrieben und angewendet wird. Die Wahl des Medikaments richtet sich nicht nur nach den Symptomen, sondern auch nach der Ursache der Krankheit, z.B. dem Krankheitserreger. Parasiten, Viren, Bakterien und giftige Substanzen erfordern ganz unterschiedliche Behandlungen. 

Verschrieben werden TAM von Tierärztinnen und Tierärzten, angewendet oft auch von Tierhaltenden. Werden Medikamente falsch angewendet, können sie wirkungslos sein oder sich gar nachteilig auf das Tier auswirken.

Bei der Behandlung von Nutztieren tragen Tierärzte und Tierhaltende eine besonders grosse Verantwortung, denn eine falsche Anwendung kann zu unerwünschten Rückständen in Lebensmitteln tierischer Herkunft führen.

Arzneimittel werden von Swissmedic zugelassen und in Abgabekategorien (A – E) eingeteilt.

Medikamente der Kategorien A und B werden nur nach tierärztlicher Verschreibung abgegeben, da sie auf keinen Fall willkürlich bezogen werden dürfen. Eine falsche Anwendung verschreibungspflichtiger Arzneimittel kann schwere Konsequenzen haben. Beispielsweise kann eine unsachgemässe Anwendung von Antibiotika zur Ausbreitung von Resistenzen führen.

TAM der Abgabekategorien D und E sind rezeptfrei erhältlich.

Es gibt Medikamente, die Symptome lindern. Andere bekämpfen die Krankheitsursache, häufig Erreger von Infektionskrankheiten. Unter Letztere fallen die Antibiotika. Sie haben aufgrund der Resistenzproblematik einen speziellen Stellenwert. Um die Problematik bereichsübergreifend anzugehen wurde die Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) erarbeitet.

Die Tierarzneimittelverordnung (TAMV) stützt sich auf das Heilmittelgesetz ab und soll:

  • Den fachgerechten Umgang mit TAM (insbesondere mit Antibiotika) gewährleisten.
  • Konsumentinnen und Konsumenten vor unerwünschten TAM-Rückständen in tierischen Lebensmitteln zu schützen.     
  • Die Versorgung der Schweiz mit qualitativ hochstehenden, sicheren und wirksamen TAM gewährleisten.
Fachgerechter Umgang mit TAM

Fachgerechter Umgang mit Tierarzneimitteln

Tierärztinnen und Tierärzte tragen eine grosse Verantwortung für die öffentliche Gesundheit: Nur fachgerecht eingesetzte Tierarzneimittel können die Wirkung wie gewünscht erzielen, ohne nachteilige Folgen für Mensch und Tier.

Aufgezogene Medikamentenspritze

Antibiotika

Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente. Sie werden gebraucht, um Krankheiten zu behandeln, die durch Bakterien verursacht werden. Immer häufiger verlieren Antibiotika aber ihre Wirkung, weil die Bakterien resistent werden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 03.06.2022

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