Bewilligung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

Für Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen (GVO) hergestellt werden, besteht eine Bewilligungs- und Kennzeichnungspflicht. Zurzeit sind verschiedene Erzeugnisse zur Verwendung in Lebensmitteln bewilligt.

Signaltafel mit Gentechnik-Symbol und Schriftzug „Genfood“ vor Weizenfeld

Erzeugnisse, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind, enthalten oder daraus gewonnen wurden, unterliegen in der Schweiz einer Anzahl von Bestimmungen. Sie dürfen nur mit einer Bewilligung in Verkehr gebracht werden. Die Annahme und Weitergabe von GVO-Erzeugnissen zu kommerziellen Zwecken müssen dokumentiert werden. Sind Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten bestimmt, müssen sie gekennzeichnet sein.

Beim Umgang mit GVO müssen Massnahmen ergriffen werden, um unbeabsichtigte Vermischungen mit herkömmlichen Erzeugnissen zu vermeiden.
Allerdings können unter bestimmten Bedingungen Spuren nicht bewilligter GVO toleriert werden. Diese sind im Gesetz geregelt (siehe unter „Weitere Informationen“).
Der grenzüberschreitende Verkehr unterliegt besonderen Bestimmungen. Die Verwendung von gentechnisch veränderten Tieren ist in der Schweiz hingegen nur für medizinische Zwecke und in der Forschung zulässig.

Bewilligungsverfahren

GVO-Erzeugnisse im Lebensmittelbereich werden in einem Bewilligungsverfahren vom BLV unter Einbezug verschiedener Bundesstellen beurteilt. Das BLV erteilt die Bewilligung nur, wenn nach dem Stand der Wissenschaft eine Gefährdung von Gesundheit und Umwelt ausgeschlossen werden kann. Nach der Erteilung einer Bewilligung müssen die Hersteller dem BLV regelmässig zeigen, dass sich die Eigenschaften des bewilligten Lebensmittels nicht verändert haben. Die Bewilligung ist auf zehn Jahre befristet. Das Erzeugnis wird überwacht. Eine Bewilligung kann bei begründetem Verdacht auf Gefährdung der Gesundheit oder der Umwelt widerrufen werden.

Gesuche und Bewilligungen für GVO-Erzeugnisse

In der Schweiz sind zurzeit eine Sojalinie, drei Maislinien, zwei Vitamine, zwei Labfermente und zwei Verarbeitungshilfsstoffe zur Verwendung in Lebensmitteln bewilligt. (siehe unter „Weitere Informationen“).

Warenflusstrennung

Im Umgang mit GVO dürfen keine Vermischungen mit herkömmlichen Organismen auftreten. Dazu muss von jedem Betrieb, der mit GVO umgeht, ein Qualitätssicherungssystem erarbeitet und durchgesetzt werden. Dieses richtet sich nach dem bekannten Hazard Analysis and Critical Control Point (HACCP)-Konzept zur Sicherung der Hygiene in der Lebensmittelverarbeitung. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schweiz die benötigten Importe von Mais und Soja aus herkömmlichen Quellen sichern kann, ohne dass es zu Vermischungen mit GVO über dem Schwellenwert von 0,9% kommt (siehe unter „Weitere Informationen“).

Toleranz

Artikel 23 LGV und Artikel 6a VGVL regeln die Voraussetzungen, unter welchen Spuren nicht bewilligter GVO, die sich unbeabsichtigt in Lebensmitteln finden, toleriert werden können. Die Regelung betrifft unbeabsichtigte Spuren bis zu einem Anteil von 0,5% pro Zutat. Die betroffenen Händler bzw. Produzenten müssen belegen können, dass sie die geeigneten Massnahmen zur Vermeidung solcher Spuren getroffen haben. Die Regelung ist nur auf gentechnisch veränderte Pflanzen anwendbar, nicht aber auf gentechnisch veränderte Mikroorganismen.
Über die Aufnahme eines GVO bzw. dessen Folgeprodukte in die Liste der tolerierten Materialien entscheidet das BLV. Die Bewertung durch das BLV muss eine Gefährdung von Mensch, Tier und Umwelt nach dem Stand der Wissenschaft ausschliessen können. Das BLV kann eine Toleranz mit Einschränkungen und Auflagen versehen. (siehe unter „Weitere Informationen“). Das Bundesamt für Landwirtschaft und das Bundesamt für Umwelt erhalten den Bericht des BLV zur Bewertung der Lebensmittelsicherheit zur Stellungnahme.

Fragen und Antworten zum gentechnisch veränderten Reis LLRice 601

Mitte August 2006 wurde bekannt, dass in amerikanischem Langkornreis Spuren der gentechnisch veränderten Reissorte LLRice 601 gefunden wurden. Antworten zu den wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit diesem Reis unter „Weitere Informationen“.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 08.10.2018

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