Illegaler Handel

Der internationale Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten ist nur eingeschränkt möglich oder sogar verboten. Trotzdem gibt es weiterhin einen Markt für Produkte von Arten, die streng geschützt sind. Das BLV setzt sich für die Bekämpfung des illegalen Handels ein.

Shahtoosh: Wollschals der Tibetantilope

Konfiszierte Shahtoosh-Schals

Die Wolle der Tibetantilope gilt als die wertvollste, wärmste und weichste Wolle der Welt. Sie wird von freilebenden Tibetantilopen gewonnen. Die Tiere können für die Schur jedoch nicht domestiziert werden. Deshalb werden sie von Wilderern getötet. Für die Herstellung eines einzigen Schals müssen zwei bis fünf geschützte Tibetantilopen getötet werden. Als Folge davon ist die Population der geschützten Art seit Anfang des letzten Jahrhunderts um über 90 % zurückgegangen. Trotz starker Bemühungen der Ursprungsländer existiert der internationale Handel aufgrund grosser Nachfrage weiter.

Die Tibetantilope, die die Wolle für diese Schals liefert, ist seit dem 28.06.1979 im Anhang I von CITES gelistet und hat somit denselben Schutzstatus wie beispielsweise Tiger oder Nashörner. Der internationale Handel ist strikt verboten.

Einfuhr wird bestraft

Ein Schal aus Shahtoosh-Wolle kostet bis zu 20 000 Franken. Sichergestellte Schal werden umgehend beschlagnahmt. Die illegale Einfuhr wird nach dem Bundesgesetz CITES zudem mit einer Busse bestraft. Im Einzelfall kann die Busse mehrere tausend Franken betragen, im Fall eines organisierten Handels mehrere zehntausend Franken.

Weniger Beschlagnahmungen im Jahr 2017 trotz eines immer noch bedeutenden Handels

Im Jahr 2017 wurden 34 Shatoosh-Schals beschlagnahmt. Diese Abnahme gegenüber den beiden Vorjahren lässt sich dadurch erklären, dass pro Beschlagnahme weniger Schals sichergestellt wurden, d. h. oft nur ein Schal gegenüber mehreren Schals bei Beschlagnahmungen in den Vorjahren.

Beschlagnahmte Shahtoosh Schals in der Schweiz

Verstärkte internationale Zusammenarbeit

Die in der Schweiz beschlagnahmten Schals sind die Spitze des Eisbergs. Aus diesem Grund wurde auch die internationale Zusammenarbeit verstärkt. Im Juli 2016 hat das das BLV in Zusammenarbeit mit Interpol und anderen betroffenen Ländern Massnahmen für ein koordiniertes Vorgehen festgelegt. Die Schweiz hat die Problematik auch auf die Agenda der letztjährigen Vertragsstaatenkonferenz des CITES-Abkommens gebracht. Die Erarbeitung von international verbindlichen Empfehlungen ist in Planung.

Neben intensiven Kontrollen und internationaler Zusammenarbeit setzt das BLV auch auf Aufklärungsarbeit bei den Konsumentinnen und Konsumenten, die laut eigenen Aussagen oft nicht wissen, dass sie Wolle einer vom Aussterben bedrohten Tierart um den Hals tragen.  

Weitere Informationen

Letzte Änderung 13.02.2019

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