Märkte und Ausstellungen und andere Veranstaltungen mit Tieren

An Märkten und Ausstellungen kommen viele Tiere aus unterschiedlichen Betrieben zusammen. Dies erhöht die Gefahr, dass Seuchen verschleppt werden. Solche Anlässe bedeuten zudem immer eine gewisse Belastung für die Tiere.

Mehrere Kühe in einer Reihe

Melde- und Bewilligungspflicht

Die Tierseuchenverordnung (Art. 27-31 TSV) regelt die Meldung und Überwachung der Tiere einer Veranstaltung und das Vorgehen im Seuchenfall. Die Bestimmungen der Verordnung werden in weiteren Weisungen und Empfehlungen präzisiert, siehe „Weitere Informationen“.

Nach dem Tierschutzgesetz sind Veranstaltungen, an denen gewerbsmässig mit Tieren gehandelt wird, bewilligungspflichtig (Art. 13 TSchG). Die Tierschutzverordnung präzisiert die Vorgaben für eine solche Bewilligung (Art. 103 – 106 TSchV). Sie legt zudem fest, welche Handlungen an Tieren im Zusammenhang mit Veranstaltungen verboten sind (Art. 16, 17, 21, 22 TSchV). Dabei geht es z.B. um Massnahmen zur Leistungsbeeinflussung im Sport (Doping, durchtrennte Beinnerven oder Barren), um Manipulationen zur Beeinflussung des Exterieurs (am Euter oder an den Sprunggelenken) oder auch um unnatürlich lange Zwischenmelkzeiten.

Umgang mit Tieren an Veranstaltungen

Die Belastungen für Tiere an Ausstellungen sind möglichst gering zu halten. Wer Veranstaltungen, z.B. Ausstellungen oder Sportanlässe, organisiert, muss dafür sorgen, dass die Tiere von fachkundigen Personen betreut werden. Die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere liegt in erster Linie bei ihren Halterinnen oder Haltern. Die Veranstalterin ist jedoch verpflichtet, Massnahmen zu ergreifen, wenn Teilnehmende ihren Pflichten gegenüber den mitgebrachten Tieren nicht nachkommen.

Tiere, die bei einer Veranstaltung Stressreaktionen zeigen, müssen aus den Veranstaltungsräumen entfernt und schonend untergebracht werden.

Es dürfen nur gesunde Tiere an Veranstaltungen teilnehmen. Jungtiere, die noch gesäugt werden, dürfen nur gemeinsam mit dem Muttertier ausgestellt werden. Tiere, die aufgrund unzulässiger Zuchtziele gezüchtet wurden, dürfen nicht mehr ausgestellt werden. Weitere Informationen: Artikel 30a der Tierschutzverordnung.

Mindestabmessungen der Gehege / Streichelgehege an Veranstaltungen

Die Gehege dürfen die Mindestabmessungen nach Tierschutzverordnung geringfügig unterschreiten, sofern die Tiere maximal 8 Tage darin untergebracht werden und täglich ausreichend bewegt oder trainiert werden (vgl. Art. 24 Bst. f + Art. 30b TSchV).
Es ist verboten, Streichelgehege mit Kaninchen, Kleinnagern oder Küken im Rahmen von Veranstaltungen einzurichten. Von diesem Verbot sind permanent eingerichtete Streichelgehege, z.B. in Zoos, auf landwirtschaftlichen Betrieben oder in der Umgebung von Altersheimen, nicht betroffen.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 14.05.2018

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