Porzine Epidemische Diarrhoe (PED)

Die Porzine Epidemische Diarrhoe (PED) kann massive Ausfälle in der Schweineproduktion verursachen, insbesondere bei Saugferkeln unter 10 Tagen. Nach schweren Ausbrüchen auch in Europa ist in der Schweiz erhöhte Aufmerksamkeit angezeigt. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich.

Die Porzine Epidemische Diarrhoe (PED) betrifft Schweine. Das Virus stellt keine Gefahr für den Menschen oder die Lebensmittelsicherheit dar.

Die Krankheit

PED führt zu wässrigem Durchfall bei Schweinen aller Altersklassen, teilweise begleitet von Erbrechen bei Ferkeln oder auch Sauen. Bis zu 100 % der Tiere erkranken mit unterschiedlichem Schweregrad. Ältere Tiere zeigen mildere Symptome. Bei Saugferkeln können 50 - ­ 100 % als Folge des Durchfalls sterben, bei älteren Tieren 0 - ­ 5 %.

Neben dem Alter der Tiere und der Pathogenität des Virus hängt die Schwere der Krankheitsanzeichen stark von anderen Faktoren ab, wie z.B. der Biosicherheit, dem Produktionssystem, dem Immunstatus der Tiere und dem Vorkommen von weiteren Erregern im Bestand.

Ansteckung und Verbreitung

Der Erreger der PED ist ein Virus der Gattung Coronavirus, das bei kalten Temperaturen stabil ist und sich daher besonders im Winter verbreitet.

PED ist hochansteckend und wird auf fäkal-oralem Weg über Kontakt mit infizierten lebenden Schweinen, Schweinekot und z.B. ungenügend gereinigte Fahrzeuge übertragen. Ob das PED-Virus mit Futtermitteln übertragen werden kann, ist unklar.

Befallene Tiere scheiden den Erreger ca. 7 - ­ 11 Tage mit dem Kot aus und können so die Krankheit innerhalb einer Herde verbreiten.

Das Virus wurde erstmals 1971 in Grossbritannien beschrieben und hat sich später über Europa und bis nach Asien ausgebreitet. Es handelt sich wohl um die gleiche Krankheit, die in der Schweiz in den 80er Jahren als „Epizootische Virusdiarrhoe" ein Thema war. PED ist in Europa endemisch. Ausbrüche von schwerer PED sind aber selten geworden.

Seit 2013 breitet sich in den USA und weiteren Ländern Amerikas ein PED-Virus mit hoher Virulenz in beunruhigendem Ausmass aus. Wie das Virus von Asien in die USA eingeschleppt wurde, ist unklar.

2014 berichteten Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Italien und die Ukraine von PED-Fällen mit Viren, welche nahe mit dem amerikanischen Virusstamm verwandt sind. In den EU-Ländern schienen die Verluste aber geringer auszufallen als in Amerika und in Asien. Wie das Virus in europäische Betriebe eingeschleppt wurde, ist nicht bekannt.

Was tun?

  • Nach schweren PED-Ausbrüchen in Nordamerika, Asien und neuerdings in Europa ist auch in der Schweiz erhöhte Aufmerksamkeit angezeigt. Ein erhöhter Handlungsbedarf besteht in der Schweiz jedoch noch nicht.
  • Bei Durchfallerkrankungen aller Altersgruppen von Schweinen sollte an Viruserkrankungen gedacht werden. Durch gute Betriebshygiene und einen raschen Start der Therapie lassen sich hohe Ausfälle verhindern.
     

PED ist in der Schweiz, der EU und für die OIE keine meldepflichtige Tierseuche. Einen möglichen Eintrag von PED durch eine labordiagnostische Abklärung früh zu erkennen, könnte jedoch helfen, eine weitere Ausbreitung einzudämmen.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 15.04.2016

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