Pferdeenzephalomyelitiden bei Tier und Mensch

Pferdeenzephalomyelitiden sind eine Gruppe von Viruskrankheiten, die durch Mücken auch auf Pferde und Menschen übertragen werden können. Einige gelten als „zu bekämpfende Seuchen" im Sinne der Tierseuchenverordnung.

Als "zu bekämpfende Seuchen" im Sinne der Tierseuchenverordnung gelten drei "amerikanische Formen" (WEE: Westliche, EEE: Östliche und VEE: Venezolanische Enzephalomyelitis), ferner die Japanische Enzephalitis (JE) und das West-Nil-Fieber (WNF) (siehe „Weitere Informationen“ > „Links“).

Die Krankheit beim Tier  

Die Erreger, Alphaviren, können Pferde, Vögel und andere Tiere - vor allem wild lebende Säugetiere anstecken. Verschiedene Arten von Vögeln und Nagetieren sind häufig die Virus-Reservoire. Vögel zeigen häufig keine Symptome.

Oft sind Teilnahmslosigkeit (Apathie), hohes Fieber, Augenzittern und Störungen der Bewegungskoordination zu beobachten. Die Sterberate beträgt bis zu 90 % und ist abhängig vom Virustyp.

Ansteckung und Verbreitung  

Die Ansteckung erfolgt über den Stich von mit Alphaviren infizierten Mücken. Die drei Krankheiten WEE, EEE und VEE kommen vor allem in Nord- Zentral- und Südamerika vor. In Europa sind sie bisher nicht aufgetreten. Einen Überblick über die Seuchenlage in der Schweiz bietet die Datenbank Tierseuchenfälle Schweiz.

Was tun?  

  • Vorsorgliche Massnahmen beschränken sich vor allem auf die Vernichtung der Stechmücken in Brutgebieten.

Impfstoffe sind vorhanden, in der Schweiz aber nicht zugelassen.

Die Enzephalomyelitiden des Pferdes sind zu bekämpfende und damit meldepflichtige Tierseuchen. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.

Die Krankheit beim Menschen  

Werden Menschen von Mücken gestochen, die Träger von Alphaviren sind, kommt es zu einer kurzdauernden fiebrigen Erkrankung mit unterschiedlichster Ausprägung. In wenigen Fällen kommt es zu einer ernsten Hirnentzündung. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Bei Reisen in befallene Regionen wird empfohlen, Insektenschutzmittel zu verwenden, um Mückenstiche zu vermeiden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 28.06.2017

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