Virale hämorrhagische Septikämie

Die Virale hämorrhagische Septikämie ist eine Viruskrankheit der Fische, die zu grösseren Abgängen führen kann. Für den Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

Im europäischen Süsswasser sind vor allem Lachsfische (Salmonidae) wie Regenbogenforelle, Bachforelle, Äschen, Felchen empfänglich, aber auch Hechte. Im Meerwasser sind es Steinbutt, Pazifischer Hering und Flunder. Jungfische sind generell am empfindlichsten. Ausbrüche sind aber bei allen Altersklassen möglich.

Die Krankheit bricht meistens bei Wassertemperaturen zwischen 4 und 14 °C aus. Sie kann in verschiedenen Verlaufsformen auftreten, mit unterschiedlichen Krankheitsanzeichen.

  • Akute Form: Die Fische halten sich teilnahmslos an Teich- oder Beckenrändern auf und zeigen eine Dunkelfärbung und Augenvorfall. Die Kiemen sind sehr blass und oft mit roten Pünktchen (punktförmige Blutungen) durchsetzt. Es treten Verluste um bis zu 50 % innert wenigen Tagen auf.
  • Chronische Form: Die Fische führen drehförmige Schwimmbewegungen um die Körperlängsachse aus, zeigen ausgeprägte Dunkelfärbung und Augenvorfall. Die Kiemen sind grauweiss gefärbt und zum Teil mit roten Pünktchen durchsetzt. Bei dieser Form bleiben Verluste gering.
  • Nervöse Form: Die Fische zeigen blitzartige, spiralförmige Schwimmbewegungen. Die Verlustrate ist gering.

Ansteckung und Verbreitung  

Der Erreger ist ein Virus der Gattung Novirhabdovirus. Eine Virusübertragung findet bei Wassertemperaturen zwischen 1–15 °C statt. Die Krankheit kann über zugekaufte befallene Fische oder Eier (Virus auf dem Ei) in einen Bestand eingeschleppt werden. Angesteckte Fische, die keine Symptome zeigen (besonders Bachforellen, Hechte, Äschen und Felchen) können die Krankheit ebenfalls übertragen. Möglich ist zudem eine indirekte Übertragung über Wasser, Geräte und Transportmittel sowie über fischfressende Vögel. Stressfaktoren wie Überfütterung, Sortierung, Transport und extreme Temperaturschwankungen können einen Ausbruch der Seuche auslösen oder zumindest begünstigen.

Der Erreger ist in ganz Europa verbreitet, mit Ausnahme der Britischen Inseln. Auch in den grossen nordamerikanischen Seen kommt er vor. In der Schweiz tritt er seit 1957 vereinzelt auf. Einen Überblick über die Seuchenlage in der Schweiz bietet die Datenbank Tierseuchenfälle Schweiz.

Was tun?

  • Darauf achten, dass die Krankheit nicht durch zugekaufte Tiere oder Eier in einen Bestand eingeschleppt werden.
  • Temperatur des Wassers optimieren.
  • Zusätzliche Stressfaktoren vermeiden.

Es existiert kein kommerzieller Impfstoff. In der Schweiz ist die Impfung nicht zugelassen.

Die Virale hämorrhagische Septikämie ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 05.07.2017

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