Wirksame Präventionsmassnahmen schützen die Tiergesundheit, senken das Risiko von Tierseuchen und helfen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren. Tierhaltende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie der Bund tragen gemeinsam Verantwortung für die Prävention.
Prävention von Tierkrankheiten
Vorbeugen ist besser als heilen. Wirksame Prävention erfordert ein kontinuierliches Engagement von Tierhaltenden, Tierärztinnen und Tierärzten sowie der Behörden. Prävention umfasst alle Massnahmen, die das Auftreten und die Verbreitung von Tierkrankheiten reduzieren. Im Alltag tragen Tierhaltende und die Tierärzteschaft eine besondere Verantwortung, insbesondere durch eine gute Bestandesbetreuung und den fachlichen Austausch. Auch der Bund leistet seinen Beitrag: Mit der Tiergesundheitsstrategie 2022+ und der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) übernimmt er eine führende Rolle, schafft geeignete Rahmenbedingungen, stellt Instrumente bereit und informiert. Ziel ist es, Infektionen und damit den Einsatz von Antibiotika möglichst zu vermeiden.
Engagement Tierhalterinnen und Tierhalter
Tierhaltende schaffen mit ihrem täglichen Handeln und einer wirksamen Prävention die Grundlage für gesunde Tiere.
Gesunde Nutztiere sind die Basis für eine erfolgreiche Produktion. Eine tiergerechte, hygienische Haltung schafft wichtige Voraussetzungen für gesunde Tiere. Dennoch bleibt die Prävention von Tierseuchen und Tierkrankheiten eine tägliche Aufgabe.
Eine durchdachte Haltung und Fütterung sowie ein angemessenes Hygienemanagement tragen wesentlich dazu bei, Tiere gesund zu erhalten. So lässt sich der Einsatz von Antibiotika reduzieren und die Entstehung von Antibiotikaresistenzen verhindern oder vermindern.
Die interaktive Plattform Gesunde Nutztiere unterstützt Tierhaltende mit Informationen zur Stärkung der Tiergesundheit und zum Schutz vor Krankheitserregern. Biosicherheitsmassnahmen schützen Tier und Mensch und senken den Antibiotikaverbrauch.
Tierverkehr kann Seuchen verbreiten. Tierverkehrsmeldungen sind im Seuchenfall entscheidend, damit Massnahmen rechtzeitig greifen und die Ausbreitung wirksam eingedämmt werden kann. Mehr Informationen: Tierverkehrskontrolle
Bei künstlicher Besamung und beim Embryotransfer besteht das Risiko, Krankheiten zu übertragen. Deshalb gelten Anforderungen an Besamungsstationen, Zuchttiere sowie an Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung, Abgabe und Übertragung von Samen. Die Tierseuchenverordnung legt die Grundsätze fest, die in Technischen Weisungen präzisiert werden. Mehr Informationen: Künstliche Besamung/Embryotransfer
Auffälligkeiten sind einer Tierärztin oder einem Tierarzt zu melden. Aufmerksames Beobachten ermöglicht eine frühe Erkennung von Tierkrankheiten und eine fachgerechte Behandlung.
Tierärztinnen und Tierärzte leisten einen zentralen Beitrag zur Prävention und zur nachhaltigen Tiergesundheit.
Im Praxisalltag tragen drei fachliche Schwerpunkte besonders zur Prävention und zur nachhaltigen Tiergesundheit bei:
Infektionsprävention und -kontrolle (IPK) in der Kleintierpraxis oder -klinik: Infektionsprävention und -kontrolle (IPK) beinhaltet alle Aktivitäten, welche das Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern reduzieren. Strategien zur Infektionsprävention und -kontrolle schützen Tiere, Tierhaltende, tiermedizinisches Personal und die Bevölkerung. Durch die Umsetzung von IPK-Massnahmen, wie zum Beispiel eine strikte Händehygiene, das Tragen von Schutzkleidung sowie einem umsichtigen Umgang mit infektiösen Patienten, tragen Tierärztinnen und Tierärzte dazu bei, Infektionskrankheiten zu vermeiden und den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.
Impfungen: Gezielte Impfungen bei gesunden Tieren senken den Antibiotikaverbrauch, verbessern die Tiergesundheit und steigern die Rentabilität von Nutztierbeständen. Diese Auswirkungen stehen alle im Einklang mit dem Verbraucherschutz, der von erheblicher Bedeutung für die Produktion von Lebensmitteln tierischen Ursprungs ist. Impfstoffe dienen dem Individual- oder Populationsschutz und unterstützen die Eradikation bestimmter Erreger. In den Impfleitfäden finden Tierärztinnen und Tierärzte Empfehlungen für den bestmöglichen Einsatz spezifischer Impfstoffe. Die Impfleitfäden wurden durch klinische Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) unter koordinativer Führung des BLV erarbeitet.
Diagnostik: Bestandesprobleme treten in der Nutztierhaltung häufig auf. Um gesunde Tiere und sichere Lebensmittel zu gewährleisten, unterstützt das BLV die Abklärung solcher Probleme. Es fördert die Bestandsdiagnostik, insbesondere in Schweinehaltungen, sowie zielgerichtete Bestandsuntersuchungen.
Der Bund schafft die rechtlichen, fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine wirksame Prävention.
Der Bund überwacht die Tiergesundheit und den Einsatz von Antibiotika und fördert das Bewusstsein für Tierseuchen und Antibiotikaresistenzen. Die Erforschung und Diagnostik hoch ansteckender Tierseuchen stellt das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) sicher.
Zudem regelt der Bund den Import von Tieren und tierischen Produkten, den Umgang mit tierischen Nebenprodukten sowie die künstliche Besamung und den Embryotransfer aus seuchenpolitischer Sicht.