Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Jodiertes Salz in verarbeiteten Lebensmitteln trägt wesentlich zur Jodversorgung der Schweizer Bevölkerung bei. Dabei sollte der Salzkonsum nicht steigen.
Warum Jod wichtig ist
Durch Eiszeiten und Erosion enthalten die Schweizer Böden nur wenig Jod. Lebensmittel aus der Region sind deshalb jodarm. Ein Mangel kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Früher waren Trägheit, Kropf und Kretinismus in der Schweiz weit verbreitet.
Jodiertes Salz im Haushalt und in verarbeiteten Lebensmitteln ist heute die wichtigste Jodquelle in der Ernährung (51%). Weitere Quellen sind Milchprodukte (26%) sowie Fisch und Meeresfrüchte (9%).
Versorgen Sie sich mit genügend Jod, indem Sie
Lebensmittel geniessen, die natürlicherweise Jod enthalten,
beim Kochen und am Esstisch wenig, aber jodiertes Salz verwenden, und
verarbeitete Lebensmittel wählen, die mit jodiertem Salz hergestellt wurden
Gut zu wissen
Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Die Schilddrüse benötigt Jod, um Hormone zu bilden, die zahlreiche Körperfunktionen steuern. Besonders wichtig sind sie für Wachstum und die Entwicklung des Gehirns während Schwangerschaft, Kindheit und Jugend. Fehlt der Schilddrüse Jod, kann ein Kropf entstehen.
Meerfisch und Meeresfrüchte sind von Natur aus jodreich. In der Schweiz ist jedoch Brot die wichtigste Jodquelle, weil 86 Prozent der Bäckereien jodiertes Salz verwenden. Wird Tierfutter angereichert, liefern auch Milch, Milchprodukte und Eier Jod. Verarbeitete Lebensmittel tragen ebenfalls zur Versorgung bei. Laut einer Analyse enthalten heute 34 Prozent der industriell verarbeiteten Produkte jodiertes Salz.
Verwenden Sie in der Küche und am Tisch mässig Salz – aber immer jodiertes.
Achten Sie bei verarbeiteten Produkten auf die Zutatenliste: Jodiertes Salz muss aufgeführt sein.
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Fisch, Meeresfrüchten, Milchprodukten und Eiern unterstützt die Jodversorgung.
Wenn Sie schwanger sind oder stillen und Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sollten diese Jod enthalten.
Stillende Mütter benötigen genügend Jod, da Säuglinge über die Muttermilch versorgt werden. Bei nicht gestillten Säuglingen erfolgt die Zufuhr über Säuglingsanfangsnahrung.
Vegetarierinnen und Veganer sollten jodiertes Salz bevorzugen, da viele Milchersatzprodukte kein Jod enthalten. Algen können sehr viel Jod enthalten, sollten aber nur sparsam konsumiert werden. Eine Überdosierung kann zu Beschwerden wie Gewichtsverlust, Herzrhythmusstörungen, Schlafproblemen, Zittern oder Angstzuständen führen.
Vor rund 100 Jahren litten in der Schweiz viele Menschen unter einem schweren Jodmangel, besonders in den Alpenregionen, wo Kropf häufig vorkam. Auch Kretinismus – Wachstums- und Entwicklungsstörungen – war verbreitet. Der Arzt Heinrich Hunziker erkannte den Zusammenhang mit Jodmangel. 1922 setzte sich der Herisauer Chirurg Hans Eggenberger dafür ein, jodiertes Salz zu erlauben.
Salz ist preiswert, wird regelmässig konsumiert und lässt sich technologisch einfach anreichern. Anfangs lag der Jodgehalt bei 3.75 Milligramm pro Kilogramm Salz. Erkenntnisse aus klinischen Daten führten dazu, dass die Jodkonzentration schrittweise erhöht wurde. Heute enthält Salz 25 Milligramm Jod pro Kilogramm.
Empfohlene tägliche Zufuhr von Jod
Referenzwerte der WHO: 1 µg = Microgramm = 1/1000 Milligramm
Dank der Salzjodierung sind Kropf und Kretinismus in der Schweiz verschwunden. Dennoch ist die Versorgung mancher Gruppen knapp. Das BLV überwacht den Jodstatus regelmässig – besonders bei Schulkindern und Risikogruppen wie Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangeren und stillenden Müttern.
Ernährungstrends wie der geringere Milchkonsum und der vermehrte Konsum pflanzlicher, ultraverarbeiteter Produkte können die Jodzufuhr weiter reduzieren. Diese Veränderungen können sich insbesondere auf Frauen im gebärfähigen Alter auswirken.
Der Jodstatus der Schweizer Bevölkerung wird etwa alle fünf Jahre überprüft. Schulkinder sind laut der aktuellen Erhebung ausreichend versorgt. Schwangere Frauen, die keine jodhaltigen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, erreichen die empfohlenen Werte jedoch nicht.
Dem Jod auf der Spur – Forschung zu Jod
Das BLV überprüft alle fünf Jahre den Jodstatus von Schulkindern und schwangeren Frauen. Das Monitoring 2020–2022 zeigt: Schulkinder sind ausreichend versorgt, der Jodstatus schwangerer Frauen bleibt jedoch unzureichend und hat sich gegenüber 2014 verschlechtert. Jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel verbessern die Versorgung nachweislich.
Die Supplementierung stillender Mütter mit jodhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln soll Säuglinge mit ausreichend Jod versorgen. Eine Studie des BLV untersucht, wie diese Supplementierung die Jodkonzentration in der Muttermilch beeinflusst.
Weitere Forschungsprojekte verfolgten den Weg des Jods vom Tierfutter über die Milch bis in den Käse. Die Ergebnisse zeigen: Für eine optimale Jodversorgung besteht weiterhin Potenzial.