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Monitoring des Jodstatus der Schweizer Bevölkerung

Das BLV überwacht alle fünf Jahre den Jodstatus in der Schweiz. Das Monitoring 2020–2022 zeigt: Schulkinder sind ausreichend versorgt, schwangere Frauen jedoch nicht. Die Ergebnisse liefern wichtige Grundlagen für gesundheitspolitische Massnahmen.

Ausgangslage

Jodstatus in der Schweiz

Die Schweiz ist geologisch jodarm; deshalb wird Speisesalz mit Jod angereichert. Das ist die wirksamste Massnahme, um Jodmangel vorzubeugen und eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Ein Jodmangel kann verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen, weil der Körper dann zu wenig Schilddrüsenhormone bildet.

Das BLV überprüft den Jodstatus ausgewählter Bevölkerungsgruppen alle fünf Jahre. Hauptindikator ist die Jodkonzentration im Urin – ein verlässlicher Biomarker für die Jodzufuhr. Das Monitoring wurde von 2020 bis 2022 durchgeführt.

Ziel des Jod-Monitorings

Das Monitoring erhebt repräsentative Daten zum aktuellen Jodstatus von Schulkindern und schwangeren Frauen. Es untersucht zudem,

  • ob die Schilddrüsenfunktion bei schwangeren Frauen ausreichend ist
  • Anteil der schwangeren Frauen, welche jodierte Nahrungsergänzungsmittel einnehmen
  • wie häufig in Haushalten jodiertes Salz verwendet wird

Die Resultate ermöglichen es, bei Anzeichen einer Unterversorgung frühzeitig gesundheitspolitische Massnahmen zu treffen.

Ergebnisse

Die Jodkonzentration im Urin von Schulkindern (n=362) weist mit 127 µg/L auf einen ausreichenden Jodstatus hin (Norm: 100–300 µg/L).

Bei schwangeren Frauen (n=473) zeigt sich hingegen ein unzureichender Status von 97 µg/L (Norm: > 150 µg/L), aber eine normale Schilddrüsenfunktion. Schwangere, die jodierte Nahrungsergänzungsmittel einnehmen (47 %), erreichen bessere Werte (88 vs. 140 µg/L).

Im Vergleich zum Monitoring 2014 bleibt der Status der Kinder stabil (137 µg/L im Jahr 2015). Bei schwangeren Frauen sinkt er jedoch (140 µg/L im Jahr 2015).

Salzproben aus Haushalten von Schulkindern zeigen: 81 % verwenden jodiertes Salz.

Detaillierten Ergebnisse des Jod-Monitorings von 2020 bis 2022 im European Journal of Nutrition (2023): PubMed (nih.gov): Iodine intake in the Swiss population 100 years after the introduction of iodised salt: a cross-sectional national study in children and pregnant women (auf Englisch)

Studiendesign

Das Jod-Monitoring ist eine nationale, repräsentative Querschnittsstudie. Die Kinder (6–12 Jahre) wurden über Schulen und Kinderärztinnen beziehungsweise Kinderärzte rekrutiert, die über die Studienabläufe informiert waren. Schwangere Frauen wurden über die betreuenden Gynäkologinnen und Gynäkologen in Praxen und Kliniken einbezogen.

Die Studie wurde von der Ethikkommission des Kantons Zürich genehmigt, die alle kantonalen Ethikkommissionen der Schweiz vertritt. Für teilnehmende Schulen wurden die zuständigen kantonalen Bildungs- und Gesundheitsbehörden informiert. Schriftliche Einwilligungen lagen von den schwangeren Frauen und den Eltern der Schulkinder vor; die Kinder stimmten mündlich zu. Personendaten wurden vertraulich und pseudonymisiert behandelt, die Teilnahme war freiwillig. Zwischen 2020 und 2022 gaben die Schulkinder eine Urinprobe ab; zudem wurden Grösse und Gewicht erfasst. Die Erziehungsberechtigten machten Angaben zur verwendeten Salzart sowie zum Konsum jodreicher Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte. Bei 30% der Kinder wurden zusätzlich Salzproben aus dem Haushalt auf den Jodgehalt analysiert.

Bei den schwangeren Frauen wurden die Jodkonzentration im Urin sowie Marker der Schilddrüsenfunktion aus getrockneten Blutproben bestimmt.

Beteiligte

Finanziert wurde die Studie vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (Vertrag Nr. 0714001376). Die Durchführung lag beim Labor für Humanernährung der ETH Zürich, dem Universitätskinderspital Zürich und Unisanté Lausanne.