Zum Hauptinhalt springen

Jodtabletten für stillende Mütter und die Jodversorgung von Säuglingen

Die Jodversorgung stillender Mütter beeinflusst direkt den Jodgehalt der Muttermilch und damit die Versorgung von Säuglingen. Eine vom BLV finanzierte Studie untersucht, wie viel Jod stillende Mütter benötigen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken.

Ausgangslage

Repräsentative Studien zeigen, dass gewisse Bevölkerungsgruppen unzureichend mit Jod versorgt sind. Besonders betroffen sind Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, Stillende und Kleinkinder. Die Jodaufnahme der Mutter beeinflusst den Jodgehalt der Muttermilch direkt.

Obwohl die WHO und die Schweiz Stillenden eine tägliche Jodzufuhr von 250 Mikrogramm empfehlen, ist diese Empfehlung wissenschaftlich nur begrenzt abgesichert. Ein Jodmangel der Mutter kann sich jedoch negativ auf die Entwicklung des Säuglings auswirken.

Ziele der Studie

Die Studie verfolgt folgende Ziele:

  • Sie bestimmt den geschätzten durchschnittlichen Tagesbedarf an Jod während der Stillzeit (EAR, Estimated Average Requirement).
  • Sie untersucht, wie sich eine Jodergänzung nach der Geburt auf die Jodkonzentration in der Muttermilch auswirkt.
  • Sie schätzt ab, wieviel Jod die Mutter zu sich nehmen muss, um die Jodversorgung des gestillten Säuglings sicherzustellen.

Ergebnisse

Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Festlegung von Empfehlungen allein auf der Grundlage der Bilanz zwischen Zufuhr und Ausscheidung möglicherweise unzureichend ist. Die Ergebnisse werden deshalb zusätzlich im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Schilddrüsenfunktion interpretiert. Die Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift wird 2026 erwartet.

Angesichts der Ergebnisse empfiehlt das BLV, die während der Schwangerschaft begonnene Jodsupplementierung auch in der Stillzeit fortzuführen.

Studiendesign

Zwischen 2021 und 2024 führten die Forschenden eine randomisierte Crossover-Studie mit 17 stillenden Müttern und ihren Säuglingen durch. Dabei erhielten dieselben Mütter zu unterschiedlichen Zeitpunkten verschiedene Jodmengen, sodass sich die Auswirkungen der Jodzufuhr direkt innerhalb derselben Personen vergleichen liessen. Die Studienteilnehmerinnen nahmen täglich zusätzlich zwischen 0 und 300 Mikrogramm Jod ein. Die Forschenden erfassten die Jodaufnahme und -ausscheidung von Müttern und Säuglingen anhand von Proben aus Nahrung, Muttermilch, Urin und Windeln.

Beteiligte

Das Kinderspital Zürich (Eleonarenstiftung) führte die Studie in Zusammenarbeit mit dem Labor für Humanernährung der ETH Zürich durch.