Legionellen-Bekämpfung in Gebäuden

Die durch Legionellen verursachte Legionärskrankheit hat in der Schweiz während den letzten Jahren stark zugenommen. Um dieser Ausbreitung entgegenzuwirken, hat das BLV ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen: Ein multidisziplinäres Team erarbeitet Grundlagen für die Bekämpfung von Legionellen in Gebäuden. 

Legionellen-Bekämpfung in Gebäuden

Legionellen sind Bakterien, die im stehenden Wasser natürlich vorkommen. Sie können zu einem Problem für die menschliche Gesundheit werden, wenn sie in sanitäre Systeme gelangen und sich dort ausbreiten.

Die Legionärskrankheit häuft sich

Infektionen mit Legionellen, Verursacher der Legionärskrankheit, treten in der Schweiz immer häufiger auf. Im 2019 verzeichnete das Meldesystem Sentinella des Bundesamts für Gesundheit (BAG) 582 Legionellosefälle, davon 5 bis 10 % mit tödlichem Verlauf.

Das BLV und LeCo

Als Reaktion auf die Zunahme von Legionellose-Fällen in der Schweiz legte das für Trinkwasser zuständige BLV im Jahr 2017 zwei Höchstwerte für Legionellen im Wasser aus sanitären Anlagen (auch Dusch- und Badewasser) fest. Diese sind in der Lebensmittelgesetzgebung geregelt.

Mit dem Ziel die Höchstwerte zukünftig einhalten zu können, hat das BLV zusammen mit dem BAG und dem Bundesamt für Energie (BFE) das Forschungsprojekt LeCo «Legionellen-Bekämpfung in Gebäuden» («Legionella control in buildings») lanciert und für die Jahre 2020 bis 2024 mit 2,6 Millionen Franken finanziert.

Mit dem Projekt LeCo möchten die Bundesbehörden Betreibenden von Wasserwerken, Bauingenieurinnen, Sanitärinstallateuren und Gebäudebesitzerinnen wissenschaftliche Grundlagen zu den hygienischen Anforderungen an das Wasser aus sanitären Systemen geben.

Ein multidisziplinäres Forschungsprojekt

Um die Nachweismethoden für Legionellen zu verbessern und um zu ermitteln, wie man in Gebäuden wirkungsvoll gegen sie vorgehen kann, haben sich verschiedene Forschungsgruppen zusammengeschlossen.

Unter der Leitung der Eawag untersuchen Forschende aus den Bereichen Trinkwassermikrobiologie, Krankheitserreger und Humangesundheit (Eawag, Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut), Gebäudetechnik und Energie (Hochschule Luzern) und der Fachstelle Legionellen (Kantonales Labor Zürich) seit Anfang 2020, wie die mit Legionellen verbundenen Risiken am besten kontrolliert werden können.

Langfristige Ziele

Ziel ist das Verhalten von Legionellen in Wasserleitungen von grossen Gebäuden besser zu verstehen:

  • Welche Rolle spielt die Wasserzusammensetzung?
  • Welche Mikroflora kann die Entwicklung von Legionellen konkurrenzieren?
  • Welche Desinfizierungsmassnahmen können das Wachstum von Legionellen unter Kontrolle halten?
  • Kann man mittels Genomsequenzierung der Legionellen (New Genom Sequences) die Herkunft von Verunreinigungen identifizieren?

Mit den Antworten auf diese Fragen sollen die Fallzahlen der Legionärskrankheit in der Schweiz langfristig reduziert werden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 15.05.2020

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