Salmonella-Infektionen betreffen zahlreiche Tierarten und den Menschen. Bei Tieren sind sie oft symptomlos, aber beim Menschen meist mit Durchfall verbunden. Salmonella-Infektionen bei Geflügel und Salmonellose sind meldepflichtig.
Grundlagen zur Krankheit
Salmonellen sind Bakterien, die bei Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Menschen Infektionen auslösen können. Fleischfresser sind weniger empfänglich. Man unterscheidet zwischen akuten Erkrankungen (Salmonellose) und symptomlosen Trägern.
Salmonella Pullorum und Salmonella Gallinarum sind wirtsspezifische Salmonellen beim Geflügel. Sie verursachen die Pullorumseuche bei Küken («weisse Kükenruhr») sowie den Hühnertyphus bei erwachsenen Tieren. Andere Tierarten sind selten betroffen.
Infektionen mit Salmonella arizonae (Arizonose) führen besonders bei Putenküken zu hohen Verlusten.
Ob ein Tier erkrankt, hängt von Art, Alter, Immunstatus und Schädlichkeit des Erregers ab. Salmonellen können sich vom Tier auf den Menschen übertragen und gelten deshalb als Zoonose.
Symptome und Verlauf beim Tier
Die Infektion mit Salmonellen zeigt je nach Tierart unterschiedliche Symptome und Verläufe.
Besonders anfällig sind Kälber, sie zeigen fieberhaften Durchfall. Mit zunehmendem Alter verlaufen die Infektionen milder, aber auch ausgewachsene Tiere können Fieber, Durchfall, Rückgang der Milchleistung und Aborte zeigen.
Meist erkranken Jungtiere bis 60 kg. Symptome sind Fieber und bläuliche Verfärbungen an Rüssel, Ohren oder Bauch. Sauen können Aborte erleiden oder Atemwegssymptome zeigen. Ausgewachsene Schweine bleiben oft symptomlos.
Salmonellose kann in allen Altersgruppen auftreten. Häufige Folge sind Verlammen (Aborte) im vierten oder fünften Trächtigkeitsmonat oder lebensschwache Lämmer.
Salmonellen können Verfohlen (Aborte) ab dem vierten Trächtigkeitsmonat verursachen. Fohlen oder Jährlinge entwickeln teils Sehnenscheidenentzündungen, Widerristfisteln oder Abszesse. Auch Hodenentzündungen bei Hengsten sind möglich.
Infektionen bleiben meist unbemerkt. Selten treten verminderte Legeleistung, Durchfall oder erhöhte Sterblichkeit auf. Küken sind matt, drängen sich zusammen, fressen schlecht und haben wässrigen Durchfall. Infektionen über das Brutei führen zu schlechteren Schlupfraten.
Infektionen mit S. Pullorum, S Gallinarum und S. arizonae zeigen sich jeweils durch charakteristische Krankheitsbilder:
Pullorumseuche (S. Pullorum): Verminderte Schlupfraten, lebensschwache Küken mit weissem Durchfall (weisse Kükenruhr) und eine hohe Mortalität über 50%. Überlebende Küken zeigen oft Gelenkentzündungen, Wachstumsstörungen und schlechtes Gefieder.
Hühnertyphus (S. Gallinarum): Erkrankung älterer Hühner mit unspezifischen Symptomen wie Legeleistungsabfall und verminderter Futteraufnahme. Typische pathologische Befunde sind eine vergrösserte, hell gefärbte Leber und Milz.
Arizonose (S. enterica subsp. arizonae): Septikämische Erkrankung bei Trutenküken mit einer Sterblichkeit von 10-50% in den ersten Lebenswochen. Symptome sind verminderte Futteraufnahme, Bewegungsstörungen, Durchfall, Krämpfe und Hornhauttrübungen.
Symptome und Verlauf beim Menschen
Beim Menschen äussert sich eine Salmonelleninfektion meist als akute Darmerkrankung mit plötzlich einsetzendem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber sowie Kopf- und Bauchschmerzen.
Die Hauptinfektionsquellen sind mit Salmonellen verunreinigtes Futter, Wasser und symptomlose Trägertiere – auch Reptilien können Überträger sein. Eine Übertragung auf Menschen ist durch direkten Kontakt oder über Lebensmittel tierischer Herkunft möglich.
Bei Hühnern spielt das Brutei eine zentrale Rolle: Der Erreger kann ins Ei gelangen und Küken infizieren. Infizierte Küken und kontaminierte Eischalen verbreiten Salmonellen in Brutanlagen. Schadnager, insbesondere Mäuse, können zusätzlich zur Verbreitung beitragen.
Salmonellen sind weltweit verbreitet. Die Arizonose kommt vor allem in Nordamerika vor.
Diagnostik, Bekämpfung und Schutz
Salmonelleninfektion bei Geflügel und Salmonellose sind zu bekämpfende Tierseuchen und somit meldepflichtig. Tierhaltende müssen einen Verdacht sofort der Bestandestierärztin oder dem Bestandestierarzt melden.
Infektionen mit S. Gallinarum und S. Pullorum bei Hühnern und Truthühnern sowie mit S. arizonae bei Truthühnern sind zu überwachende Tierseuchen und somit meldepflichtig. Tierärztinnen und Tierärzte und Untersuchungslaboratorien müssen einen Verdacht der Kantonstierärztin oder dem Kantonstierarzt melden.
Geflügelherden werden im Rahmen eines Bekämpfungsprogramms regelmässig untersucht. Beachten Sie dazu folgende Dokumente:
Für Schweine existiert kein staatliches Programm. Die Verordnung über die Primärproduktion verpflichtet aber dazu, Lebensmittel herzustellen, die für den Menschen unbedenklich sind. Es ist wichtig, jeden Verdachtsfall der Bestandestierärztin oder dem Bestandestierarzt zu melden.
Mit einfachen Massnahmen können Sie Ihre Tiere schützen:
Gute Stallhygiene sicherstellen.
Schadnager konsequent bekämpfen.
Beim Zukauf von Tieren auf Gesundheitsstatus achten.
Bei Krankheitsfällen mögliche Infektionsquellen und Trägertiere identifizieren.