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Parasiten in Lebensmitteln

Parasiten vermehren sich zwar nicht in Lebensmitteln, können aber durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden. Viele Parasitenerkrankungen sind Zoonosen und damit von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragbar.

Parasitäre Erreger verbreiten sich vor allem bei Mängeln bei der Lebensmittelhygiene oder über verseuchtes Trinkwasser. Cryptosporidien oder Fuchsbandwürmer (Echinococcen) können zudem durch Tierkontakte übertragen werden.

Mehr Informationen:

Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln

Fuchsbandwurm (Echinokokkose)

Der Fuchsbandwurm kann beim Menschen eine schwere Erkrankung auslösen. Erste Symptome sind oft Oberbauchschmerzen und Gelbsucht. Früher endete die Krankheit in fast allen Fällen tödlich. Fortschritte in der Chirurgie und die Entwicklung einer Dauerchemotherapie haben die Überlebenschancen deutlich verbessert.

Menschen infizieren sich durch den Kontakt mit infizierten Füchsen, Hunden oder Katzen sowie durch verunreinigte Lebensmittel. Auch Parasiteneier im Fell der Tiere können übertragen werden. Deshalb gilt: Nach Tierkontakt Hände gründlich mit Seife waschen. Auch Lebensmittel sollten gründlich gewaschen oder ausreichend erhitzt werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Mehr Informationen:

BAG: Fuchsbandwurm (Echinokokkose)

Echinokokkose beim Tier

Schweinebandwurm (Taenia solium)

Der Schweinebandwurm kann bis zu acht Meter lang werden. Er heftet sich im Darm an, beginnt Fortpflanzungsglieder (Proglottiden) zu bilden und gibt Eier über den Stuhl ab. Befallene Personen bleiben oft symptomlos oder haben leichten Durchfall. Gelangen Larven jedoch ins Nervensystem, können Krampfanfälle, Bewegungs- oder Bewusstseinsstörungen auftreten – mit oft tödlichem Ausgang.

Menschen infizieren sich über ungenügend erhitztes Schweinefleisch. Es muss beim Garen eine Kerntemperatur von mindestens 60 Grad erreichen. Pökeln oder Räuchern schützen nicht zuverlässig.

Erreger der Toxoplasmose (Toxoplasma gondii)

Infektionen verlaufen meist symptomlos. Eine Erstinfektion in der Frühschwangerschaft kann jedoch das Ungeborene schwer schädigen oder zum Abort führen.

Die Übertragung erfolgt über Katzenkot oder zystenhaltiges Fleisch. Deshalb müssen Sie Fleisch immer gut erhitzen und die Hände nach Gartenarbeit oder Kontakt mit Erde waschen. Katzenkistchen sollten täglich gereinigt und mit heissem Wasser ausgespült werden. Decken Sie Sandkästen auf Spielplätzen ab, um Katzenkot im Sand zu vermeiden. Schwangere sollten auf rohes oder halbgares Fleisch verzichten, den Kontakt zu Katzen meiden und das Leeren von Katzenkistchen anderen Personen überlassen.

Mehr Informationen:

BAG: Toxoplasmose

Toxoplasmose beim Tier

Trichinella-Arten

Die Trichinellose verläuft je nach Infektionsdosis symptomlos oder schwer bis tödlich. Die Infektion beginnt mit Muskelschmerzen und einer Schwellung des Augenlides, gefolgt von Blutungen im Auge und unter den Nägeln, Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Später kommen Fieber, Durst, Schweissausbrüche, Schüttelfrost, Schwächegefühle und eine rasch ansteigende Zahl weisser Blutkörperchen dazu.

Die Ansteckung erfolgt über ungenügend erhitztes Schweine-, Wild- oder Pferdefleisch oder daraus hergestellte Rohwürste. Die Parasiten nisten sich im Dickdarm ihrer Wirte ein, ihre Larven werden in der Muskulatur eingekapselt.

Mehr Informationen:

BAG: Trichinellose

Trichinellose beim Tier

Erreger der Giardiose (Giardia lamblia)

Die Giardiose kann ohne Symptome verlaufen oder chronischen Durchfall mit Störungen der Nahrungsaufnahme aus dem Darm verursachen. Bei Kindern kann dies das Wachstum beeinträchtigen. Typisch ist unregelmässiger Durchfall.

Der Erreger Giardia lamblia überlebt im Trinkwasser bis zu zwei Monate. Schon wenige Zellen (Zysten) genügen für eine Infektion. Ansteckungen erfolgen meist über fäkal verunreinigtes Trink- oder Badewasser, seltener über Lebensmittel oder von Mensch zu Mensch.

Erreger der Amöbenruhr (Entamoeba histolytica)

Die Amöbenruhr reicht von symptomlosen Infektionen bis zu schweren Verläufen mit Darmentzündung, blutigem Durchfall, Fieber und anderen Komplikationen.

Erkrankte Menschen, aber auch symptomlose Träger, können den Parasiten über lange Zeit ausscheiden. So kann er ins Trinkwasser oder in Lebensmittel gelangen. Dauerformen dieser Parasiten (Zysten) überleben mehrere Wochen im Wasser und sind chlorresistent.

Die Übertragung erfolgt über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel. In der Schweiz wurden bisher keine Ausbrüche registriert. Auf Reisen ist besondere Hygiene wichtig.

Erreger der Cryptosporidiose (Cryptosporidium parvum)

Eine Cryptosporidiose kann symptomlos verlaufen oder schweren Durchfall verursachen, der meist 10 bis 14 Tage anhält. Erkrankte verlieren sehr viel Flüssigkeit. Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber oder Gewichtsverlust können dazu kommen. Bei immungeschwächten Personen können die Beschwerden Wochen bis Monate dauern.

Hauptwirte sind vor allem Rinder und andere Nutztiere, insbesondere deren Jungtiere. Infizierte Tiere scheiden die Parasiten mit dem Kot aus. Händewaschen nach dem Kontakt mit diesen Tieren ist deshalb Pflicht.

Die widerstandsfähigen Dauerformen, die Oozysten, überleben in feuchter Umgebung mehrere Monate und sind chlorresistent. Ansteckungen erfolgen über Trink- oder Badewasser, auch Eiswürfel können belastet sein. Seltener sind Infektionen durch verunreinigte Lebensmittel, von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Menschen.