Senna
Senna ist eine abführend wirkende Pflanze, die in Kräutertees gegen Verstopfung, zur «Entgiftung» oder zur Gewichtsreduktion verwendet wird. In Lebensmitteln ist sie in der Schweiz jedoch verboten – wegen erheblicher Gesundheitsrisiken.
Was Sie über Senna wissen müssen
Senna (Senna alexandrina Mill., syn. Cassia senna L.) ist eine tropische Pflanze, deren Blätter und Früchte abführend wirken. Sie kommen in gewissen Arzneimitteln zum Einsatz. In Lebensmitteln hingegen sind sie in der Schweiz verboten – wegen erheblicher Sicherheitsbedenken.
Senna als Arzneimittel
Sennesblätter und -früchte enthalten Anthranoide (Hydroxyanthracen-Derivate), die abführend wirken. Sie werden bei Verstopfung eingesetzt. Insbesondere bei längerer Anwendung, häufiger Einnahme oder hoher Dosierung können sie jedoch unerwünschte Wirkungen auslösen.
Senna als Lebensmittel
Sennesblätter und -früchte finden sich auch in Kräutertees mit Anpreisungen wie «Gewichtsreduktion», «Detox» oder «gegen Verstopfung». Die Verwendung solcher Produkte ist problematisch:
- Die in Senna enthaltenen Stoffe (Anthranoide) gelten in Lebensmitteln als nicht sicher.
- In der Schweiz sind Sennesblätter und -früchte auf der Verbotsliste für Pflanzen in Lebensmitteln aufgeführt.
- Auch andere Pflanzen mit abführender Wirkung wie Faulbaumrinde oder Rhabarberwurzel können in solchen Produkten vorkommen. Wegen ähnlicher Risiken sind sie in Lebensmitteln ebenfalls verboten.
Swissmedic: Information zu unzulässigen Produkten wie Tees oder Kapseln mit Senna
Bewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
2018 bewertete die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Sicherheit von Hydroxyanthracen-Derivaten aus Senna und weiteren Pflanzen. Sie kam zum Schluss: Eine sichere tägliche Aufnahmemenge in Lebensmitteln lässt sich nicht festlegen.