Die Ergebnisse von menuCH zeigen, wie sich die erwachsene Bevölkerung der Schweiz ernährt und bewegt. Die Daten liefern Informationen zu Konsummengen, Portionsgrössen, Vitaminen und Mineralstoffen sowie zum Koch-, Ess- und Bewegungsverhalten.
Ernährungs-Status in der Schweiz
Die Ernährung der Schweizer Bevölkerung ist unausgewogen. Das zeigen die 24h-Erinnerungsprotokolle von menuCH. Die Teilnehmenden gaben an, was, wie viel, wann und wo sie innerhalb von 24 Stunden gegessen und getrunken haben.
Eine ausgewogene Ernährung gehört zu einem gesunden Lebensstil. Wie sie idealerweise aussieht, zeigen die Schweizer Ernährungsempfehlungen. Die menuCH-Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild: Die Bevölkerung in der Schweiz ernährt sich nicht ausgewogen.
Süsses und Salziges wird deutlich häufiger konsumiert als empfohlen. Pflanzenöle und Nüsse werden zu wenig gegessen, Fette dagegen zu viel. Auch der Fleischkonsum liegt über den Empfehlungen. Milchprodukte, Hülsenfrüchte sowie Früchte und Gemüse werden zu wenig verzehrt. Getränke wie Wasser, Kaffee und Tee werden in ausreichenden Mengen konsumiert.
Die wichtigsten Ergebnisse der ersten Auswertung finden Sie in der Infografik:
Weiterführende Berechnungen aus den menuCH-Daten zeigen, wie viele Personen in der Schweiz täglich von den verschiedenen Lebensmittelgruppen essen und wie gross die Portionen pro Tag, pro Mahlzeit und je nach Sprachregion sind.
Wichtige Information
Im Rahmen einer Qualitätskontrolle wurde ein Programmierfehler im Berechnungsalgorithmus der auf dieser Seite veröffentlichten Daten entdeckt (Publikationszeitraum Oktober 2022 bis Juni 2024). Der Fehler betraf vor allem die Berechnung des chronischen Konsums; auch einige Werte zum akuten Konsum wurden korrigiert.
Wir empfehlen Ihnen, ausschliesslich die korrigierten Datensätze zu verwenden.
Für die Konsummengen wurden die essbaren Lebensmittelanteile pro Tag in Gramm berechnet.
Die Daten sind nach verschiedenen Aggregationsstufen geordnet: Lebensmittelgruppen, Untergruppen, Subuntergruppen und einzelne Lebensmittel. Mit jeder Stufe werden die Produkte spezifischer (z. B. «Gemüse», «Blattsalate», «Spinat»).
Um verlässliche statistische Aussagen zu gewährleisten, wurden Angaben mit weniger als zehn Beobachtungen pro Lebensmittel oder Lebensmittelgruppe einer übergeordneten Kategorie zugeordnet. Dadurch stimmen die Summen der Nennungen (n) nicht immer mit jenen der übergeordneten Stufe überein.
Gesamtbevölkerung versus Konsumierende
Der tägliche Lebensmittelkonsum wurde für die Gesamtbevölkerung und für Konsumierende berechnet. Konsumierende sind Personen, die ein bestimmtes Lebensmittel tatsächlich gegessen und im Erinnerungsprotokoll angegeben haben.
Da für die Gesamtbevölkerung auch alle Personen berücksichtigt werden, die ein Lebensmittel nicht konsumiert haben, ist der berechnete Lebensmittelkonsum der Gesamtbevölkerung immer niedriger als der der Konsumierenden.
Üblicher versus einmaliger Konsum
Der tägliche Lebensmittelkonsum wurde sowohl für den üblichen (= chronischen) als auch für den einmaligen (= akuten) Konsum berechnet.
Für den üblichen Konsum wurden die Daten der beiden Befragungen pro Person gemittelt (n = 2057). Beim akuten Konsum wurde jede Befragung einzeln berücksichtigt (n = 4142).
Eine Portion wird immer dann gezählt, wenn ein Lebensmittel verzehrt wird. Die Auswertung zeigt sowohl die Anzahl Portionen als auch die Menge pro Portion nach Lebensmittelkategorie und -unterkategorie (in Gramm).
Versorgung mit einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen
Auf Basis der menuCH-Konsumdaten lässt sich abschätzen, wie gut die erwachsene Bevölkerung der Schweiz mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt ist.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem: Frauen nehmen weniger Eisen zu sich als Männer, Gemüse und Früchte liefern am meisten Vitamin C, und der Versorgungsgrad mit Folsäure ist im Tessin tiefer als in der übrigen Schweiz.
Die täglichen Mengen wurden berechnet, indem die menuCH-Konsumdaten mit den entsprechenden Lebensmitteln der Schweizer Nährwertdatenbank verknüpft wurden. Der anschliessende Vergleich mit den Zufuhrempfehlungen erlaubt Aussagen zur Versorgung verschiedener Bevölkerungsgruppen und zeigt, welche Lebensmittel am meisten beitragen.
Die Zufuhr über Supplemente oder angereicherte Lebensmittel wurde nicht berücksichtigt. Die tatsächliche Zufuhr dürfte daher höher liegen.
Die vollständige Beschreibung der Methode finden Sie im Artikel des Schweizer Ernährungsbulletins 2021:
Die Teilnehmenden von menuCH beantworteten im Fragebogen, wie sie kochen, essen und sich bewegen – sowie Fragen zu ihrer Gesundheit. Die Ergebnisse zeigen vielfältige Muster im Alltag der Bevölkerung.
Junge Erwachsene verbringen mehr Zeit sitzend oder liegend als ältere Personen. Menschen ab 65 Jahren sind am zufriedensten mit ihrem Körpergewicht. Frauen investieren mehr Zeit in die Zubereitung einer warmen Mahlzeit als Männer.
Die menuCH-Daten stehen auch externen Forschenden zur Verfügung. Damit unterstützt das BLV wissenschaftliche Arbeiten in den Bereichen Ernährung, Lebensmittel- und Verhaltensforschung. Alle Datensätze sind anonymisiert und dürfen ausschliesslich für nicht kommerzielle, wissenschaftliche Zwecke genutzt werden.
Forschende haben die menuCH-Daten bereits für zahlreiche Fragestellungen ausgewertet und ihre Ergebnisse in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht.
Forschende können die anonymisierten Rohdaten der Nationalen Ernährungserhebung menuCH über das Data Repository des BLV beantragen. Die Daten stehen für nicht-kommerzielle, wissenschaftliche Projekte zur Verfügung und unterliegen den geltenden Nutzungsbedingungen des BLV.
Der Antrag wird direkt im Data Repository gestellt; dort finden sich auch alle Informationen zu den Bedingungen und zum Ablauf. Zusätzlich stehen weitere technische Dokumente zum Herunterladen bereit.