Caprine Arthritis-Encephalitis (CAE)
CAE ist eine Viruskrankheit bei Ziegen, die zu Entzündungen an Gelenken, Euter oder im Gehirn führen kann. Seit 2018 gilt die Schweiz offiziell als CAE-frei. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich.
Grundlagen zur Krankheit
Caprine Arthritis-Encephalitis (CAE) ist eine Viruskrankheit bei Ziegen, die sich – je nach Alter der Tiere – lange Zeit ohne Symptome entwickeln kann. Später kann sie zu Gelenk-, Euter- oder Gehirnentzündungen führen.
Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.
Das Virus ist eng verwandt mit dem Maedi-Visna Virus der Schafe. Beide Erreger gehören zur Familie der Lentiviren und werden unter dem Begriff Small Ruminant Lentiviruses (SRLV, Lentiviren der Kleinen Wiederkäuer) zusammengefasst.
Symptome und Verlauf
CAE zeigt unterschiedliche Krankheitsverläufe:
- Gelenkentzündung (Arthritis): Die Tiere haben geschwollene Kniegelenke, bewegen sich weniger und verlieren an Gewicht, obwohl sie normal fressen.
- Euterentzündung (Mastitis): Die Ziegen haben ein verhärtetes Euter («Steineuter») und geben weniger Milch. Die Milchqualität bleibt erhalten.
- Gehirnentzündung (Enzephalitis): Diese seltene Form betrifft vor allem Jungtiere. Die Zicklein zeigen Schwäche, Koordinationsstörungen und Lähmungen der Hinterbeine.
Vorkommen und Verbreitung
Das Virus wird meist von der Mutter auf das Neugeborene übertragen – über Erstmilch (Kolostrum) oder Milch. In gemischten Herden mit Schafen und Ziegen kann das Virus auch auf Lämmer übergehen, wenn erkrankte Ziegen als Ammen eingesetzt werden oder ihre Milch verfüttert wird.
Eine direkte Übertragung durch Tierkontakt ist möglich, aber selten.
Das Virus ist weltweit verbreitet. Die Schweizer Ziegenpopulation gilt dank eines erfolgreichen Bekämpfungsprogramms seit 2018 als CAE-frei.