Maedi-Visna
Maedi-Visna ist eine Viruskrankheit der Schafe, seltener auch der Ziegen. Sie kann verschiedene Organe betreffen und unterschiedliche Krankheitsverläufe zeigen. Die Krankheit tritt auch in der Schweiz auf. Für Menschen ist sie nicht gefährlich.
Grundlagen zur Krankheit
Maedi-Visna ist eine Krankheit, welche durch ein Virus ausgelöst wird. Der Virus tritt bei Schafen auf, gelegentlich auch bei Ziegen. Das Virus löst Erkrankungen der Lunge (Maedi) sowie des Zentralnervensystems (Visna) aus. Auch Euter und Gelenke können betroffen sein. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.
Symptome und Verlauf
Die Symptome unterscheiden sich je nach betroffener Körperregion:
- Lungenform (Lungenentzündung): Schafe atmen angestrengt, husten trocken, haben Nasenausfluss und nehmen stark an Gewicht ab. Sie zeigen einen deutlichen Leistungsrückgang und bleiben in ihrer Entwicklung zurück.
- Euterform (Euterentzündung): Ein verhärtetes Euter («Steineuter»), reduzierter Milchfluss und geringes Wachstum der Lämmer sind typisch. Die Milchqualität bleibt erhalten.
- Zentralnervöse Form: Betrifft ältere Tiere (meist über zwei Jahre) und führt zu Bewegungsstörungen. Die Tiere können nicht mehr aufstehen und sterben schliesslich. Diese Form tritt in der Schweiz selten auf.
- Gelenkform: Mehrere Gelenke sind geschwollen, das Tier lahmt. Diese Form wurde in der Schweiz bisher nicht nachgewiesen.
Vorkommen und Verbreitung
Das Maedi-Visna-Virus gehört zur Gattung Lentivirus und ist verwandt mit dem Virus der Caprinen Arthritis-Encephalitis, das Ziegen befällt.
Neugeborene Lämmer stecken sich hauptsächlich über Erstmilch (Kolostrum) oder Milch an. Auch direkter Kontakt, besonders bei enger Stallhaltung, kann zur Übertragung führen. Ziegen infizieren sich vor allem bei gemeinsamer Haltung mit Schafen – etwa bei gemeinsamer Futter- oder Tränkenutzung.
Das Virus ist weltweit verbreitet. In der Schweiz tragen etwa neun Prozent der Schafe Antikörper, was auf eine überstandene Infektion hinweist.