Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE)
Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE), auch bekannt als Rinderwahnsinn, wird durch fehlgefaltete Eiweisse (Prionen) ausgelöst. Die Krankheit ist auf Menschen übertragbar und deshalb eine Zoonose.
Grundlagen zur Krankheit
Die Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine Prionenkrankheit und durch durch fehlgefaltete Eiweisse (Prionen) verursacht. Prionen sind Eiweissstoffe, welche in ihrer normalen Gestalt natürlicherweise in jedem Gehirn vorkommen. Die Krankheit befällt Rinder und ist auch als Rinderwahnsinn bekannt.
Es gibt verschiedene Formen von BSE:
- Die klassische BSE wurde vor allem durch die Verfütterung von prionenhaltigem Tiermehl verbreitet. Sie ist auf den Menschen übertragbar und kann die Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) auslösen. In der Schweiz ist die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer seit dem 1. Dezember 1990 verboten.
- Die atypische BSE (L- und H-Typ) tritt sporadisch bei älteren Tieren auf und steht in keinem Zusammenhang mit Tiermehl. Diese Form ist selten und Gegenstand laufender Forschung. In der Schweiz wurde sie 2020 und 2023 je einmal festgestellt.
Symptome und Verlauf von BSE beim Tier
Bei BSE zeigen sich erste Krankheitszeichen durchschnittlich vier bis sechs Jahre nach Ansteckung. Die Krankheit endet immer tödlich. Eine Impfung oder Behandlung ist nicht möglich. Im Krankheitsverlauf sammeln sich abnormal gefaltete Prionen im Gehirn an und zerstören Nervenzellen. Das Hirngewebe nimmt eine schwammartige Struktur an. Typische Symptome sind:
- Erhöhte Schreckhaftigkeit
- Angst vor Hindernissen
- Aggressivität
- häufiges Belecken der Nase
- Zähneknirschen
- Steifer Gang
- Überempfindlichkeit
- Im Endstadium können die Tiere nicht mehr aufstehen.
Tiere können jedoch manchmal auch gar keine oder nur allgemeine neurologische Symptome zeigen.
Krankheit (vCJK) beim Menschen
Die Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) tritt beim Menschen nach dem Verzehr infektiösen Rindermaterials auf – insbesondere Gehirn und Rückenmark. Die Zeit von Ansteckung bis Erkrankung kann wenige Monate bis über 30 Jahre betragen. Typisch sind psychische Veränderungen, Angstzustände, rasch fortschreitende Demenz, Bewegungsstörungen und Muskelzuckungen. In der Schweiz wurde bisher kein Fall von vCJK registriert.
Weitere Informationen beim Bundesamt für Gesundheit BAG: Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)
Vorkommen und Verbreitung
Rinder infizieren sich meist durch die Aufnahme von unzureichend erhitztem, prionenhaltigem Tiermehl. BSE wurde 1986 erstmals in Grossbritannien festgestellt, der erste Fall in der Schweiz trat 1990 auf.