Border Disease
Border Disease ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Schafen, Ziegen und Rindern. Schweiz ist diese Erkrankung insbesondere in Bezug auf das nationale Bovine Virus-Diarrhoe-Ausrottungsprogramm der Rinder von Bedeutung.
Grundlagen zur Krankheit
Border Disease ist eine Viruserkrankung bei Wiederkäuern, vor allem bei Schafen und Ziegen. Infizieren sich ungeborene Tiere im Mutterleib mit dem Border-Disease-Virus (BD-Virus), können sie zu persistent infizierten (PI-)-Tieren werden. Diese scheiden lebenslang grosse Mengen Virus aus und sind die wichtigste Infektionsquelle.
Auch Rinder und Wildwiederkäuer können sich anstecken. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.
Die Infektion verläuft meist ohne oder mit milden Symptomen wie leichtem Fieber. Manche BD-Virus-Stämme führen aber zu schweren Verläufen, besonders bei jungen Lämmern, die daran sterben können.
Entscheidend für die Folgen einer Infektion ist der Zeitpunkt während der Trächtigkeit. Möglich sind:
- Fruchtbarkeitsstörungen
- Aborte oder Totgeburten
- lebensschwache Nachkommen
- Geburt von PI-Tieren
PI-Tiere entwickeln keine Immunität, bleiben ihr Leben lang Virusausscheider und sterben häufig im ersten Lebensjahr.
Symptome und Verlauf
Bei Rindern ähnelt eine Border-Disease-Infektion stark der Bovine Virus-Diarrhoe (BVD). Auch hier verläuft die akute Infektion meist unauffällig oder mit milden Symptomen. Häufig kommt es aber zu Fruchtbarkeitsstörungen. Je nach Infektionszeitpunkt kann es zu Abort oder zur Geburt lebensschwacher oder PI-Kälber kommen.
Infektionen zwischen dem 40. und 120. Trächtigkeitstag können zu PI-Tieren führen. Diese zeigen ähnliche Symptome wie BVD-PI-Kälber und können ebenfalls unauffällig bleiben.
Vorkommen und Verbreitung
Das BD-Virus gehört zur Gattung der Pestiviren. PI-Tiere scheiden es lebenslang in grossen Mengen aus.
Empfängliche Tiere infizieren sich direkt oder indirekt, etwa über Aerosole, Belecken oder gemeinsame Gerätschaften. Danach bilden sie eine stabile Immunität aus. Das höchste Ansteckungsrisiko geht aber von PI-Tieren aus – vor allem in Herden mit Schafen, die das Virus auf Rinder, Ziegen oder Wildwiederkäuer übertragen können.
Wichtige Risikofaktoren sind:
- gemeinsame Haltung mit Schafen
- gemeinsame Alpung
- Zukauf infizierter Tiere
Rinderpopulationen mit abnehmender BVD-Immunität sind anfälliger für das BD-Virus. In der Schweiz häufen sich Nachweise von PI-Kälbern und Tieren mit BD-Antikörpern. Weil die Routinediagnostik nicht zwischen BVD- und BD-Viren unterscheiden kann, erschwert Border Disease das BVD-Überwachungsprogramm erheblich.