Zum Hauptinhalt springen

Bovine Virus-Diarrhoe BVD

Die Bovine Virus-Diarrhoe ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Rindern. In der Schweiz ist sie dank einem nationalen Ausrottungsprogramm nahezu getilgt. Wichtig bleibt die Vorsicht beim Tierverkehr.

Grundlagen zur Krankheit

Die Bovine Virus-Diarrhoe betrifft Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder. Auch Schafe, Ziegen und Wildwiederkäuer können sich infizieren. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Besonders relevant sind Kälber, die sich bereits im Mutterleib anstecken. Sie können als persistent infizierte Tiere (PI-Tiere) zur Welt kommen. Diese scheiden lebenslang BVD-Viren aus und stellen die wichtigste Ansteckungsquelle dar. Dank eines aufwändigen nationalen Ausrottungsprogramms ist die BVD in der Schweiz heute nahezu ausgerottet.

Mehr Informationen: BVD-Ausrottung

Symptome und Verlauf

Akute BVD-Infektionen verlaufen häufig unauffällig oder mit milden Symptomen wie leichtem Fieber und Durchfall. Bei trächtigen Tieren kann eine Erstinfektion zu Fruchtbarkeitsstörungen führen.

Infektionen zu Beginn der Trächtigkeit können Umrindern verursachen. Im zweiten bis vierten Trächtigkeitsmonat sind Frühaborte möglich. Erfolgt die Infektion in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit, verläuft sie meist komplikationslos: Die Föten sind dann immunkompetent, bilden Antikörper und eliminieren das Virus.

Eine persistente Infektion entsteht sehr früh in der embryonalen Entwicklung (zwischen dem 40. und 120. Trächtigkeitstag). Solche Kälber zeigen teilweise Wachstumsstörungen («Kümmerer»), können aber auch klinisch unauffällig bleiben.

PI-Tiere sind anfälliger für Sekundärinfektionen und können an der Schleimhautform der BVD, der sogenannten Mucosal Disease (MD), erkranken. Typisch sind schwere Schleimhautschäden und Geschwulste im Verdauungstrakt mit schlechtem Allgemeinzustand, Appetitlosigkeit, oft blutigen, therapieresistenten Durchfällen und Dehydratation. MD verläuft immer tödlich.

Vorkommen und Verbreitung

Die Erreger der BVD gehören zur Gruppe der Pestiviren. PI- Tiere scheiden lebenslang grosse Mengen Virus aus.

Direkte und indirekte Kontakte mit empfänglichen Tieren – etwa über Aerosole, Belecken oder Gerätschaften – führen zu akuten, vorübergehenden Infektionen. Danach bildet sich in der Regel eine langanhaltende Immunität aus. Befindet sich ein PI-Tier in einer Herde, kommt es meist zu einer nahezu vollständigen Durchseuchung.

Diagnostik, Bekämpfung und Schutz