Zuckerreduktion
Erfrischungsgetränke und scheinbar gesunde Produkte wie Joghurt oder Frühstückscerealien können viel Zucker enthalten. Mit der Erklärung von Mailand will der Bund gemeinsam mit Industrie und Handel den zugesetzten Zucker in diesen Produktkategorien reduzieren.
Auswirkungen eines zu hohen Zuckerkonsums
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Zuckerkonsum auf höchstens 10 Prozent der täglichen Energieaufnahme zu begrenzen. Bei einer Ernährung mit 2000 Kilokalorien entspricht dies rund 50 Gramm Zucker pro Tag. Das BLV schätzt aufgrund von Verbrauchszahlen von Agristat aus dem Jahr 2023, dass die Schweizer Bevölkerung im Durchschnitt fast doppelt so viel zu sich nimmt, also rund 90 Gramm täglich.
Ein übermässiger Zuckerkonsum kann der Gesundheit schaden. Er kann unter anderem Übergewicht fördern und erhöht damit das Risiko für Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes Typ 2. Diese Krankheiten verursachen hohe Kosten im Gesundheitswesen. Deshalb setzt sich das BLV dafür ein, den Zuckergehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu senken, insbesondere im Rahmen der Erklärung von Mailand.
Erklärung von Mailand
Mit der Erklärung von Mailand verpflichten sich Schweizer Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie Detailhändler, den Zuckergehalt in ihren Produkten freiwillig zu senken. Am 21. August 2025 fand der fünfte Runde Tisch dazu statt. Es haben 21 Unternehmen die Erklärung gemeinsam mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider erneut unterzeichnet. Sie haben sich auf Reduktionsziele für fünf Lebensmittelgruppen geeinigt:
- Joghurt: Minus 5 Prozent (2025 bis Ende 2028)
- Quark: Minus 10 Prozent (2025 bis Ende 2028)
- Frühstückscerealien: Minus 10 Prozent (2025 bis Ende 2028)
- Erfrischungsgetränke: Minus 10 Prozent (2025 bis Ende 2028)
- Milchmischgetränke: Minus 10 Prozent (2025 bis Ende 2028)
Reduktionsziele sind auf Kurs
Per Ende 2024 hat die Branche alle vereinbarten Reduktionsschritte erreicht. In den vergangenen zehn Jahren sank der Zuckergehalt in Joghurt, Quark, Frühstückscerealien und Milchmischgetränken deutlich. In Getränken konnte der Zucker bereits um 13 Prozent reduziert werden. Zudem kommen immer mehr Produkte ohne Zuckerzusatz auf den Markt. Neu lancierte Produkte enthalten oft deutlich weniger Zucker als der Durchschnitt.
Mehr Informationen:

Joghurt und Frühstückscerealien
Joghurt und Frühstückscerealien gelten als gesund, enthalten jedoch häufig viel zugesetzten Zucker. Gleichzeitig gehören Joghurt und Müesli zu einer ausgewogenen Ernährung. Sie tragen unter anderem zur Protein-, Calcium- und Nahrungsfaserzufuhr bei. Es wäre deshalb nicht sinnvoll, die Portionengrössen zu verkleinern oder vom Konsum abzuraten. Stattdessen setzt der Bund gemeinsam mit Lebensmittelproduzenten und Detailhändlern auf eine schrittweise Senkung des Zuckergehalts.
Mehr Informationen:
Bericht 2021: Zugesetzter Zucker in Joghurt und Frühstückscerealien auf dem Schweizer Markt
Bericht 2018: Zugesetzter Zucker in Joghurt und Frühstückscerealien auf dem Schweizer Markt
Bericht 2017: Zugesetzter Zucker in Joghurt und Frühstückscerealien auf dem Schweizer Markt
Bericht 2016: Zucker in Joghurt und Frühstückscerealien
Forschungsprojekte zur Zuckerreduktion – praxisnahe Tipps zur Entwicklung und Reformulierung von Joghurt und Frühstückscerealien
Forschungsarbeiten zeigen, wie stark sich der zugesetzte Zucker in Joghurt und Frühstückscerealien reduzieren lässt, ohne dass Konsumentinnen und Konsumenten dies wahrnehmen oder die Qualität leidet. Besonders kleinere Unternehmen ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung profitieren von diesen Erkenntnissen. Sie unterstützen sowohl die Reformulierung bestehender Produkte als auch die Entwicklung neuer, zuckerärmerer Varianten.
Milchmischgetränke und Quark
Milchmischgetränke und Quark werden ebenfalls als gesund wahrgenommen und auch in diesen Produktgruppen werden hohe Zuckergehalte beobachtet. Milchmischgetränke und Quark tragen zur Protein- und Calciumzufuhr bei und sind somit Teil einer ausgewogenen Ernährung.
Mehr Informationen:
Erfrischungsgetränke
Die nationale Verzehrserhebung menuCH zeigt, dass fast 40 Prozent des zugesetzten Zuckers in unserer Ernährung aus Getränken stammt und sie damit ein zentraler Hebel für die Zuckerreduktion sind.
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