Tollwut
Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung, die bei Tieren und Menschen auftritt. Sie wird meist durch Bissverletzungen übertragen. Dank Impfkampagnen gilt die Schweiz seit 1998 als tollwutfrei – Einzelfälle bei Fledermäusen sind aber weiterhin möglich.
Grundlagen zur Krankheit
Tollwut ist eine durch Lyssaviren verursachte, in der Regel tödlich verlaufende Erkrankung des zentralen Nervensystems bei Säugetieren. Die Krankheit wird meist durch Bisse tollwütiger Tiere übertragen.
Auch Menschen können sich anstecken, Tollwut ist also eine Zoonose.
Symptome und Verlauf beim Tier
Erste Anzeichen können wenige Tage bis einige Wochen nach der Infektion auftreten. Auffällig werden Verhaltensveränderungen, Fieber oder Juckreiz an der Bissstelle. Danach folgen Symptome einer Gehirnentzündung, die sich tierartspezifisch unterschiedlich äussern können:
- Unruhe, erhöhte Beissbereitschaft, Schluckbeschwerden und vermehrter Speichelfluss gehören zum typischen Erscheinungsbild der rasenden Tollwut. Später treten Lähmungserscheinungen mit Festliegen, Sensibilitätsverlust und Koma auf. Bei manchen Tieren kann die Phase der «rasenden Wut» auch fehlen und die Lähmung können sich schnell einstellen („stille Wut“).
- Andere Tiere reagieren eher mit Verdauungsstörungen, die beim Rind mit Aufgasen des Pansens (Vormagen) und bei Pferden mit heftigen Koliken einhergehen können.
- Bei kleinen Wiederkäuern dominiert die stille Wut, es kann aber auch Unruhe, ständiges Blöken und verstärkter Geschlechtstrieb auftreten
- Wildtiere verlieren oft die Scheu vor Menschen und reagieren bei Berührungen mit Beissen.
Der Tod erfolgt meist vier bis zehn Tage nach Auftreten der ersten Symptome.
Symptome und Verlauf beim Menschen
Die Ansteckung erfolgt durch Speichelkontakt über verletzte Haut oder Schleimhäute, typischerweise bei Biss- oder Kratzverletzungen.
Erste Beschwerden treten etwa 10 Tage bis 3 Monate nach Ansteckung auf:
- Unwohlsein
- Fieber
- Muskelschmerzen
- Sensibilitätsstörungen an der Bissstelle
Es folgen unwillkürliche Bewegungen, Krämpfe, Wutanfälle sowie Atem- und Schluckkrämpfe. Im Endstadium kommt es zu Lähmungen, Koma und Tod – meist durch Atemlähmung.
Ausführliche Informationen zur Tollwut beim Menschen finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit: Tollwut.
Vorkommen und Verbreitung
Der Erreger der Tollwut ist ein Lyssavirus, das in verschiedenen Genotypen auftritt, wobei Genotyp 1 das klassische Tollwutvirus darstellt. Die bei Fledermäusen in der Schweiz vorkommenden Tollwutviren gehören den Genotypen 5 und 6 an. Diese Viren sind ausserhalb des Organismus nicht lange überlebensfähig – in Kadavern bleiben sie jedoch bei Kälte längere Zeit ansteckend.
Die Übertragung erfolgt über den Kontakt der Schleimhäute oder verletzter Haut mit Speichel von tollwütigen Tieren wie Füchsen, Hunden, am häufigsten über Biss- oder Kratzverletzungen. Alle Säugetiere können an Tollwut erkranken, Fleischfresser sind jedoch öfters betroffen. Sehr selten erkranken Vögel an Tollwut.