Salzkonsum: Ergebnisse der Schweizer Salzstudie 2022 – 2023
Die Salzstudie 2022/23 zeigt, dass der Salzkonsum der erwachsenen Bevölkerung weiterhin über den Empfehlungen liegt und wie er sich seit der ersten Erhebung entwickelt hat. Ergänzt wird das Bild durch Angaben zum Lebensstil, Blutdruck und Körperdaten.
Salzkonsum in der Schweiz
Im Vergleich zur Salzstudie 2010/11 ist der Salzkonsum gesunken, bleibt aber deutlich zu hoch. Frauen nehmen weniger Salz zu sich als Männer, ältere Menschen weniger als Jüngere. Zwischen den drei Sprachregionen zeigen sich keine Unterschiede.
Erwachsene in der Schweiz konsumieren im Durchschnitt 8.7 g Salz pro Tag und liegen damit rund 75% über der Empfehlung von 5 g. Frauen nehmen täglich 7.4 g zu sich, Männer 9.9 g. Die Spannweite reicht von 1.3 g bis 26.5 g. Am höchsten ist der Konsum bei Männern zwischen 45 und 59 Jahren mit durchschnittlich 10.9 g.
Der Anteil der Personen, die weniger als die von der WHO empfohlenen 5 g pro Tag konsumieren, liegt bei 14 % – 21 % bei den Frauen und bei 8 % bei den Männern.
BAG: Salzkonsum (Alter: 18+) | MonAM
Wissen zu Salz und eigenes Konsumverhalten
Die Mehrheit der Studienteilnehmenden kennt die gesundheitlichen Risiken von zu viel Salz; Frauen sind häufiger informiert als Männer (86% bzw. 78%). Auch regional gibt es Unterschiede: In der französischsprachigen Schweiz wissen 93% über die negativen Effekte Bescheid, in der italienischsprachigen 89% und in der deutschsprachigen 73%.
82% der Befragten bringen Bluthochdruck korrekt mit hohem Salzkonsum in Verbindung.
Über 90% salzen ihre Speisen nie oder nur gelegentlich nach; 2% tun dies immer. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Personen, die nie nachsalzen.
Bei 36% stimmt die Selbsteinschätzung ihres Salzkonsums mit der im Urin gemessenen Salzmenge überein.
Kalium, der unterschätzte Helfer
Kalium wirkt als Gegenspieler von Natrium und hilft, den Blutdruck zu regulieren. Eine höhere Kaliumaufnahme über die Ernährung kann den Blutdruck deutlich senken. Deshalb wurde in der Studie auch der Kaliumkonsum untersucht.
Die WHO empfiehlt täglich mindestens 3.5 g Kalium, was einer Ausscheidung von rund 2.7 g im Urin entspricht. In der Studie wurden durchschnittlich 2.7 g pro Tag gemessen – 3.0 g bei Männern und 2.5 g bei Frauen.
Frauen aller Altersgruppen sowie Männer zwischen 18 und 29 Jahren erreichen die WHO-Empfehlung im Schnitt nicht. Männer zwischen 45 und 59 Jahren weisen mit 3.2 g den höchsten Konsum auf. Zwischen den Sprachregionen bestehen keine Unterschiede.
Wichtige Kaliumquellen sind Gemüse, Früchte, Nüsse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.
Salz und Bluthochdruck
Männer haben mit einem mittleren systolischen Blutdruck (SBP) von 127 mmHg deutlich höhere Werte als Frauen mit 116 mmHg. Bei beiden Geschlechtern steigt der SBP mit dem Alter an.
Auch der diastolische Blutdruck (DBP) ist bei Männern höher: durchschnittlich 74 mmHg gegenüber 71 mmHg bei Frauen. Der DBP steigt bei Frauen mit dem Alter kontinuierlich an, während Männer zwischen 45 und 59 Jahren mit durchschnittlich 78 mmHg den höchsten Wert erreichen. Die gemessenen Maximalwerte liegen bei 169 mmHg (SBP) und 106 mmHg (DBP).
Teilnehmende aus der deutschsprachigen Schweiz weisen höhere SBP- und DBP-Werte auf als Personen aus der französischen und italienischen Schweiz.
Der Anteil der Personen mit Bluthochdruck (≥ 140/90 mmHg oder Einnahme von Medikamenten) beträgt insgesamt 24%, bei Männern 32% und bei Frauen 15%.
Zwischen Salzkonsum und Blutdruck besteht ein positiver Zusammenhang: Jedes zusätzlich ausgeschiedene Gramm Salz beeinflusst den Blutdruck.
Körperdaten der Studienteilnehmenden
Bei den Teilnehmenden wurden Grösse, Gewicht sowie Taillen- und Hüftumfang erhoben. Männer wiegen im Durchschnitt 81 kg und sind 178 cm gross, Frauen 67 kg und 165 cm.
Der Body-Mass-Index (BMI) der Männer liegt mit 25.7 kg/m² signifikant höher als der der Frauen (24.6 kg/m²). Personen über 45 Jahre weisen generell höhere BMI-Werte auf, besonders in der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen.
Gemäss WHO-Klassifikation sind 54% der Teilnehmenden normalgewichtig (BMI < 25), 34% übergewichtig (≥ 25 bis < 30) und 12% adipös (≥ 30). Im Vergleich zur Salzstudie 2010/11 bleibt der Anteil übergewichtiger und adipöser Personen unverändert.
Die gemessenen Taillen- und Hüftumfänge zeigen, dass über alle Altersgruppen hinweg Frauen häufiger als Männer ein stark erhöhtes Gesundheitsrisiko aufweisen.
Hintergrund der Salzstudie
Die aktuelle Salzstudie ergänzt die erste Erhebung von 2010/11 und zeigt, wie sich der Salzkonsum in der Schweiz entwickelt hat. Sie kombiniert Urinanalysen mit Angaben zum Lebensstil.
Studienberichte
Die detaillierten Methoden und Ergebnisse der beiden Salzstudien sind in den englischsprachigen Studienberichten dokumentiert:
Salzkonsum der Schweizer Bevölkerung - Bericht der Studie von 2022/2023 (auf Englisch)
Daten für die Forschung
Forschende können die anonymisierten Rohdaten der Schweizer Salzstudie 2022/23 über das Data Repository des BLV beantragen. Die Daten stehen für nicht-kommerzielle, wissenschaftliche Projekte zur Verfügung und unterliegen den geltenden Nutzungsbedingungen des BLV.
Der Antrag wird direkt im Data Repository gestellt; dort finden sich auch alle Informationen zu den Bedingungen und zum Ablauf. Zusätzlich stehen weitere technische Dokumente zum Herunterladen bereit.
Inhaltsverzeichnis
Weitere Informationen
Medienmitteilung: Die Schweizer Bevölkerung konsumiert zu viel Salz