Pseudotuberkulose der Schafe und Ziegen
Die Pseudotuberkulose ist eine chronisch-zehrende Infektionskrankheit, die vor allem Schafe und Ziegen befällt. Sie verursacht Lymphknotenvergrösserungen und Abszesse. Die Krankheit ist eine Zoonose: In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken.
Grundlagen zur Krankheit
Die Pseudotuberkulose der Schafe und Ziegen ist eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit. Sie führt zu eitrigen Entzündungen der Lymphknoten und kann langfristig zur Abmagerung der betroffenen Tiere führen. Vereinzelt können sich Pferde, Rinder, Schweine und Hunde anstecken.
Der Erreger kann selten auch auf den Menschen übertragen werden. Eine Ansteckung ist insbesondere bei direktem Kontakt mit Abszessen oder infiziertem Material möglich.
Verursacher ist das Bakterium Corynebacterium pseudotuberculosis. Es ist widerstandsfähig und kann bis zu sieben Wochen in Fleisch, Kot, Eiter oder im Boden überleben.
Symptome und Verlauf
Typisch sind vergrösserte, teils eitrige Lymphknoten. Es können sich Abszesse bilden, aus denen gelb-grüner Eiter austritt. Diese Veränderungen können auch am Euter oder an den Hoden auftreten.
In einigen Fällen zeigen die Tiere Atemnot, wiederkehrende und übermässige Ansammlung von Gasen im Magen-Darm-Trakt und fortschreitende Abmagerung und Leistungsabfall. Die Infektion kann jedoch auch symptomlos verlaufen.
Vorkommen und Verbreitung
Die Infektion erfolgt hauptsächlich über Haut- oder Schleimhautverletzungen beim direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Eiter, etwa über Hautverletzungen beim Scheren. Auch indirekte Ansteckung über erregerhaltiges Futter, Wasser oder Boden ist möglich. Der Erreger kann sich zudem im Muttertier auf das ungeborene Lamm oder Zicklein übertragen.
Die Krankheit ist weltweit verbreitet.