Projekte im Bereich Artenschutz
Das BLV vergibt Forschungsprojekte, die den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten stärken. Die Projekte schaffen wissenschaftliche Grundlagen zur Verbesserung des Vollzugs im Artenschutz und tragen dazu bei, den illegalen Handel wirksam zu bekämpfen.
Ein molekularer Pass für madagassische Rosenhölzer
Rosenhölzer sind für Madagaskar wirtschaftlich wichtig und werden international gehandelt. Illegales Abholzen und Übernutzung gefährden viele Arten. Neue Methoden sollen es ermöglichen, Rosenhölzer bei der Einfuhr in die Schweiz rasch und zuverlässig zu identifizieren und illegalen Handel zu unterbinden.
Handelsnamen und Schutzstatus
«Rosenholz» oder «Palisander» sind Handelsbezeichnungen für zahlreiche Arten mit unterschiedlichen anatomischen und genetischen Eigenschaften sowie Schutzstatus. Dazu gehören Arten der Gattung Dalbergia, die durch illegalen Einschlag und Übernutzung teilweise stark gefährdet sind.
Viele dieser Holzarten sind in den Anhängen der «Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora» (CITES) gelistet. Für ihren Handel sind Ein- und Ausfuhrdokumente erforderlich. Damit Artenschutzkontrollen an der Grenze wirksam sind, müssen die Hölzer eindeutig identifizierbar sein.
Das vom BLV finanzierte Forschungsprojekt leistet hierzu einen wichtigen Beitrag: Es verbessert die Identifizierung gefährdeter Arten und stärkt damit ihren Schutz.
Mehr Informationen:
ARAMIS: Ein molekularer Pass für madagassische Rosenhölzer (ARAMIS 3.20.01)
Gefährdete Tropenhölzer erkennen
Tropenhölzer der Gattung Dalbergia zählen zu den wertvollsten Edelhölzern. Sie werden unter anderem für hochwertige Möbel, Schnitzereien, Furniere sowie Teile und Zubehör von Musikinstrumenten verwendet. Der hohe Marktwert begünstigt illegalen Einschlag und Handel.
Um diesen einzudämmen, müssen die Hölzer auch im verarbeiteten Zustand identifizierbar sein. Art und Herkunft sollen selbst bei geschlagenem Holz bestimmt werden können. Dies ist bislang anspruchsvoll und erfordert neue wissenschaftliche Ansätze.
Neue Arten beschrieben und auf die rote Liste gesetzt
Mit den neuen Analysemethoden wurden zwei bislang unbekannte Dalbergia-Arten aus Nordmadagaskar neu beschrieben (Fabaceae, Leguminosae). Der Beschrieb einer weiteren Art wurde überarbeitet. Alle drei Arten sind mit Zeichnungen und Fotografien dokumentiert.
Die Bewertung erfolgte nach den Kriterien der Roten Liste der «International Union for Conservation of Nature (IUCN)». Alle drei Arten gelten als «stark gefährdet» und wurden auf die Rote Liste gesetzt. Zusätzlich wurden bereits bekannte Arten überprüft, Artnamen und Beschreibungen systematisch korrigiert und die Referenzdatenbank erweitert.
Die neuen Identifikationsmethoden sind jedoch weiterhin aufwändig und komplex und erfordern zusätzliche Forschung.
Mehr Informationen:
IUCN: Rote Liste (auf Englisch)
Grundlagen für Forschung und Vollzug
Die Projektergebnisse fliessen in weitere Forschungsarbeiten ein. Die Daten stehen den Arbeitsgruppen des «CITES Plant Committee» zur Verfügung, die sich mit der Holzidentifikation befassen.
Zudem ermöglichen die gewonnenen Erkenntnisse den Behörden, Arten korrekt in die CITES-Anhänge einzustufen. Dies bildet die Grundlage für künftige Schutzmassnahmen.
Neue Methoden zur Artbestimmung
Im vom BLV unterstützten Forschungsprojekt wird ein molekularer Pass für Rosenholzarten entwickelt. Dafür werden drei sich ergänzende Methoden kombiniert, um eine zuverlässige Identifizierung auf Artenebene zu ermöglichen:
- Analyse genetischer Eigenschaften:
Genetische Daten verschiedener Rosenholzarten wurden erhoben und in einer Referenzdatenbank der ETH Zürich gespeichert. Die Daten helfen, geschlagenes Holz einer bestimmten Art und Region zuzuordnen.
Mehr Informationen:
Tropicos - Analyse der chemischen Zusammensetzung:
Kernholzproben wurden mittels massenspektroskopischer Verfahren untersucht. Diese Methode erlaubt eine präzise Artbestimmung, auch wenn das im Handel verbreitete Kernholz wegen unzureichender DNA-Qualität häufig nicht mehr genetisch analysiert werden kann. - Mikroskopische Artbestimmung:
Die vergleichende Holzanatomie dient als Kontrollmethode. Sie lieferte einen anatomischen Bestimmungsschlüssel für 16 Dalbergia-Arten, der auf Stamm- und Schnittholz anwendbar ist und in Madagaskar eine rasche Identifikation vor Ort ermöglicht.
- Analyse genetischer Eigenschaften:
Das BLV unterstützt im Rahmen seiner Forschung ein internationales Kooperationsnetzwerk. Beteiligt sind unter anderem die ETH Zürich, der Missouri Botanical Garden (St. Louis, USA), das National Forensic Laboratory des US Fish & Wildlife Service (Ashland, USA) sowie die École Supérieure des Sciences Agronomiques in Antananarivo (Madagaskar).
Aufgrund der instabilen politischen Situation in Madagaskar waren die Probengewinnung und deren Ausfuhr erschwert. Die administrativen Prozesse benötigten entsprechend mehr Zeit.
Taxonomische Studie mit der Beschreibung zwei neuer Arten von Dalbergia und der Überarbeitung einer bestehenden Art (D. manongarivensis) (auf Englisch)
PDF3.88 MB18. Juni 2026
Taxonomische Studie mit der Beschreibung zwei neuer Arten von Dalbergia und der Überarbeitung einer bestehenden Art (D. maritima) (auf Englisch)
PDF4.29 MB18. Juni 2026
Taxonomische Studie mit der Überarbeitung zweier Dalebergia-Arten (auf Englisch)
PDF1.19 MB24. März 2026
Vergleichende Studie mit 16 madagassischen Dalbergia-Arten mittels multivariaten Techniken (auf Englisch)
PDF2.98 MB18. Juni 2026
WFO: The World Flora Online (auf Englisch)
Kew: Plants of the World Online (auf Englisch)
ARAMIS: Ein molekularer Pass für madagassische Rosenhölzer (ARAMIS 3.20.01)
Weitere vom BLV unterstützte Forschungsprojekte für den Schutz von Rosenhölzern aus Madagaskar:
ARAMIS: Wood anatomical atlas of Dalbergia and Diospyros species from Madagascar (ARAMIS 3.17.01)