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Milzbrand

Milzbrand (Anthrax) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Krankheit, die vor allem Wiederkäuer betrifft. Auch Menschen können sich anstecken, Milzbrand ist also eine Zoonose.

Grundlagen zur Krankheit

Milzbrand (Anthrax) ist eine hochakute Infektionskrankheit, die durch Sporen des Bakteriums Bacillus anthracis verursacht wird. Typisch ist eine Blutvergiftung mit unvollständiger Blutgerinnung – meist mit tödlichem Verlauf.

Besonders empfänglich sind Rinder und Schafe, seltener Pferde und Ziegen. Fleischfressende Tiere und Schweine erkranken selten, Vögel gelten als fast resistent. Weil sich auch Menschen infizieren können, zählt Milzbrand zu den Zoonosen.

Symptome und Verlauf beim Tier

  • Bei Wiederkäuern entwickelt sich die Krankheit rasant zur schweren Allgemeininfektion. Die Tiere brechen plötzlich zusammen und sterben innert Minuten bis spätestens 48 Stunden. Aus Körperöffnungen wie After, Vulva, Maul oder Nase tritt dunkles Blut aus. Typisch ist eine stark geschwollene Milz mit braunschwarzer Verfärbung («Milz-Brand»).
  • Bei Pferden zeigen sich zuerst allgemeine Krankheitssymptome (Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit/Schwäche) gefolgt von schwereren Symptomen wie Durchfall, Hals- sowie Unterbauch-Schwellungen. Der Tod tritt nach 2 bis 3 Tagen ein.
  • Fleischfressende Tiere und Schweine erkranken meist chronisch. Typisch sind Schwellungen im Halsbereich (ödematös) und Entzündungen im Dünndarm.

Symptome und Verlauf beim Menschen

Die Ansteckung erfolgt über Kontakt mit erkrankten Tieren oder kontaminierten Materialien wie Fleisch, Wolle oder Knochenmehl. Je nach Aufnahmeweg kommt es zu unterschiedlichen Krankheitsformen:

  • Hautmilzbrand durch Berührung
  • Darmmilzbrand nach Verzehr kontaminierter Lebensmittel
  • Lungenmilzbrand nach Einatmen der Sporen

Ohne Behandlung verlaufen alle Krankheitsformen tödlich.

Ausführliche Informationen zur Milzbrand beim Menschen finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit: Milzbrand

Vorkommen und Verbreitung

Der Erreger Bacillus anthracis bildet an der Luft widerstandsfähige Sporen, die jahrelang überleben können. Tiere nehmen sie meist über verseuchtes Futter oder Wasser auf – kontaminiert durch Kot oder Blut infizierter Kadaver. Sporen können auch Jahre später an die Oberfläche gelangen, zum Beispiel an alten Begräbnisstellen.

Diagnostik, Bekämpfung und Schutz