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Kaninchen

Kaninchen haben komplexe Bedürfnisse und stellen hohe Anforderungen an Haltung, Pflege, Ernährung und Beschäftigung. Hier erfahren Sie, wie Sie ihre Umgebung im Stall oder Freiland tiergerecht gestalten, soziale Kontakte fördern und ihre Gesundheit schützen.

Kaninchen als Heimtiere

Kaninchen wirken wegen ihres Aussehens besonders für Kinder attraktiv. Sie stellen jedoch hohe Anforderungen an Haltung, Umgang und Fütterung. Als sehr stressanfällige Tiere sind sie keine «Kuscheltiere»: Herumtragen oder Festhalten kann ihnen grosse Angst machen und zu Schreckstarre oder zu Kratz- und Beissreaktionen führen.

Leben Kaninchen in einer Gruppe und in einem artgerecht gestalteten Gehege, können Erwachsene und Kinder ihr natürliches Verhalten beobachten – ohne die Tiere aus dem Gehege zu nehmen.

Die Rassenkaninchenhaltung gilt als Hobby, bei dem spezifische Rassen gezüchtet und ausgestellt werden. Die Lebenserwartung hängt unter anderem von der Rasse ab. Zwergkaninchen können bei guter Pflege bis zu 14 Jahre alt werden.

Haltung

Kaninchen haben hohe Ansprüche an ihre Umgebung, ihre Pflege und ihren sozialen Kontakt. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Sie ihre Bedürfnisse in Stall, Freilandgehege und Alltag tiergerecht erfüllen.

Kaninchen als Nutztiere

In der Landwirtschaft dienen Kaninchen der Fleischproduktion. Die Kaninchenmast gilt als mögliche Nischenproduktion mit regelmässigem Zusatzeinkommen.

Die Anforderungen an Heimkaninchen gelten auch für Zucht- und Mastkaninchen; zusätzlich bestehen Haltungskonzepte wie IP-Suisse, Tierwohlprogramme BTS/RAUS, Bio Suisse und KAGfreiland. Zuchtkaninchen werden häufig in gekauften oder selbst gebauten Boxen gehalten. Mastkaninchen leben meist in Gruppen von etwa acht bis rund 30 Tieren in Buchten.

Zunehmend liegt der Fokus auf Gruppenhaltung, was der natürlichen Lebensweise näherkommt. Sie stellt Tierhaltende jedoch vor Herausforderungen: Sie erfordert mehr Fachwissen, eine präzise Arbeitsweise und gute Beobachtungsgabe. Aggressionen entstehen oft im Zusammenhang mit sexueller Aktivität. Zibben (Häsinnen) zeigen z.B. beim Nestbau oder bei der Nestverteidigung besonders ausgeprägtes Territorialverhalten. Die Gruppenhaltung von Zuchttieren braucht deshalb ein durchdachtes Management, geeignete bauliche Lösungen und sorgfältige Reinigung und Desinfektion.

Umgang

Kaninchen benötigen in vielen Situationen besondere Sorgfalt – sei es bei der Zucht, bei Ausstellungen oder wenn Tiere abgegeben oder fachgerecht getötet werden müssen. Der verantwortungsvolle Umgang schützt ihr Wohlbefinden und verhindert vermeidbare Belastungen.

Ausbildungen

Für bestimmte Formen der Kaninchenhaltung sind spezielle Fachkenntnisse vorgeschrieben. Sie stellen sicher, dass Tierhaltende Kaninchen sachgerecht betreuen und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.