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Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln

Die zulässigen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln richten sich heute nach dem Gesundheitsschutz. Das Konzept stützt sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und berücksichtigt die gesamte Aufnahme eines Nährstoffes.

Früher orientierten sich die zulässigen Höchstmengen am Tagesbedarf eines Nährstoffs. Das heutige Konzept orientiert sich am Gesundheitsschutz und basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es berücksichtigt die tolerierbaren oberen Aufnahmemengen (UL) und bezieht die Aufnahme über die normale tägliche Ernährung, über angereicherte Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln für Sportlerinnen und Sportler.

Für diese unterschiedlichen Lebensmittelkategorien werden die Nährstoffe in vier Gruppen eingeteilt – von unkritischen Stoffen über kritische Stoffe mit Höchstmengen bis zu solchen, für die Höchstmengen und Warnhinweise erforderlich sind.

Das Höchstmengenmodell im Detail

Eine der Grundlagen für das Höchstmengenmodell des BLV ist die Publikation des BfR «Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln» (2018).

Das Ziel des Modells ist, dass die tolerierbare obere Aufnahmemenge («Tolerable Upper Intake Level», UL) für jeden Nährstoff nicht überschritten werden. Dazu wird die Basisaufnahme (BA) über die normale tägliche Ernährung vom UL abgezogen. Die verbleibende «Restmenge» (UL – BA) steht für angereicherte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel für Sportlerinnen und Sportler zur Verfügung.

Grafik Höchstmengenmodell - Aufnahme mit konventionellen Lebensmitteln

Verteilung der Restmenge (UL- BA)

Für die Verteilung der Restmenge wurden die Stoffe in vier Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: unkritische Stoffe, für die keine Höchstwerte festgelegt werden.
  • Gruppe 2: Stoffe mit grosser Restmenge (geringes Risiko, den UL zu überschreiten).
  • Gruppe 3: Stoffe mit kleiner Restmenge (höheres Risiko, den UL zu überschreiten).
  • Gruppe 4: Stoffe, bei denen bereits ab mittleren-tiefen Dosierungen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen auftreten können; dazu gehören Vitamin K und Magnesium.

Für die Gruppen 2 und 3 wird die Restmenge im Verhältnis 1:3 auf angereicherte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel beziehungsweise Lebensmittel für Sportlerinnen und Sportler verteilt. So enthalten angereicherte Lebensmittel eine signifikante Menge an Nährstoffen in der Tagesration, während Nahrungsergänzungsmittel Nährstoffkonzentrate darstellen.

Grafik Höchstmengenmodell - Restmenge

Bei Gruppe 4 werden Höchstwerte für angereicherte Lebensmittel unterhalb der Schwelle für Warnhinweise festgelegt. Für Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel für Sportlerinnen und Sportler gelten weiterhin die bisherigen Höchstwerte, sofern ab einer bestimmten Dosierung die vorgeschriebenen Warnhinweise angebracht sind.