Tropanalkaloide
Tropanalkaloide sind natürliche Pflanzenstoffe, die in Lebensmitteln unerwünscht sind. Gelangen sie etwa durch verunreinigte Getreidesaat in die Nahrung, können sie den Herzrhythmus und das Nervensystem beeinträchtigen und gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Herkunft und Bedeutung
Tropanalkaloide sind eine Gruppe von über 200 Verbindungen, die vor allem in Nachtschatten-, Winden-, Rotholz-, Silberbaum- und Rhizophoragewächsen vorkommen. Bestimmte Pflanzenextrakte mit Tropanalkaloiden werden seit Jahrhunderten medizinisch genutzt. In Lebensmitteln sind insbesondere Atropin und Scopolamin unerwünscht.
Risiken und Vorkommen
Tropanalkaloide können Herzfrequenz und Nervensystem beeinflussen. Zu den Symptomen gehören Mundtrockenheit, Hautrötung, Benommenheit, Kopfschmerzen oder Übelkeit.
Die Stoffe gelangen in getreidehaltige Lebensmittel, wenn Samen tropanalkaloidhaltiger Pflanzen auf den Feldern wachsen. Betroffen sind vor allem Hirse, Sorghumhirse und Buchweizen.
Reduktion von Rückständen
Produzierende und Verarbeitende müssen bei der Ernte sicherstellen, dass Samen oder Pflanzenteile solcher Pflanzen bei der Getreideernte auf ein Minimum gesenkt werden. So bleibt der Tropanalkaloidgehalt in Lebensmitteln tief.
Zum Schutz, insbesondere von Säuglingen und Kleinkindern, wurden in der Kontaminantenverordnung Höchstgehalte für Tropanalkaloide festgelegt. Sie gelten für Beikost und andere Produkte mit Hirse, Sorghum oder Buchweizen.