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Selenstatus der Bevölkerung der Schweiz

Das BLV erfasst den Selenstatus der Schweizer Bevölkerung. Die letzte Untersuchung zeigt erneut eine ausreichende Versorgung. Besonderes Augenmerk gilt Personen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.

Ausgangslage

Neue Ernährungsgewohnheiten und veränderte Warenströme können die Selenversorgung beeinflussen. Das BLV prüft deshalb seit mehr als 25 Jahren, ob die Bevölkerung ausreichend mit Selen versorgt ist. So können Empfehlungen und gesundheitspolitische Massnahmen bei Bedarf angepasst werden. Beim letzten Monitoring lag der Fokus auf Personen mit vegetarischer oder veganer Ernährung.

Bedeutung von Selen für den Menschen

Selen ist ein essentielles Spurenelement für Mensch und Tier und Bestandteil vieler Selenoproteine und Enzyme. Es ist wichtig für viele Prozesse im Körper wie den Schutz der Zellen vor Radikalen. Andere Selenoproteine und Enzyme spielen eine Rolle im Haushalt der Schilddrüsenhormone, bei der DNA-Synthese und der Fortpflanzung.

Ein Selenmangel ist bei üblicher Ernährung selten. Wenn er auftritt, kann er das Immunsystem beeinträchtigen sowie die Muskelfunktion und Spermienbildung stören. Ein guter Selenstatus senkt zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Selen in Lebensmitteln

Selen muss über die Nahrung aufgenommen werden. Es kommt natürlicherweise im Boden vor, gelangt in Pflanzen und über diese in Tier und Mensch. Die Selengehalte in Lebensmitteln sind unterschiedlich und hängen stark vom Selengehalt des Bodens ab.

Die Böden in Europa und der Schweiz sind selenärmer im Vergleich zu anderen Regionen, beispielsweise in Nordamerika. Deshalb sind viele pflanzliche Lebensmittel wie Getreide aus der Schweiz eher selenarm. Tierfutter wird hingegen mit Selen angereichert. Dadurch sind tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Milch- und Milchprodukte sowie Fisch zuverlässige Selenquellen. Auch Pilze und bestimmte pflanzliche Lebensmittel wie Paranüsse liefern wertvolles Selen.

Ergebnisse

Selenstatus der Bevölkerung

Die durchschnittliche Selen-Serumkonzentration beträgt 98 ± 12 µg/l (n = 700). Damit ist die Versorgung der Schweizer Bevölkerung im Vergleich zu den Ergebnissen früherer Studien aus den Jahren 1993 und 2005/2006 stabil und ausreichend. Eine unzureichende Zufuhr betrifft weniger als 2% der Männer und weniger als 5% der Frauen.

Einfluss einer vegetarischen und veganen Ernährung

Der Selenstatus von Vegetarierinnen und Vegetariern entspricht dem der Gesamtbevölkerung. Bei vegan lebenden Teilnehmenden zeigen die gemessenen Werte ein atypischeres Profil. Ohne spezifische Nahrungsergänzung besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko für Mangelerscheinungen.

Mehr Informationen:

Studiendesign

2019 wurde eine weitere Monitoringstudie mit Serumproben von 700 Blutspenderinnen und Blutspendern durchgeführt, um den Selenstatus der erwachsenen Bevölkerung zu bestimmen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Versorgung von Personen mit veganer oder vegetarischer Ernährung, da bei ihnen mit Fleisch und Fisch wichtige Selenquellen wegfallen.
Dafür wurden zusätzlich rund 100 Serumproben von Personen mit veganer oder vegetarischer Ernährung gesammelt.

Beteiligte

Gemeinsam mit Blutspende SRK Schweiz und regionalen Blutspendediensten wurden in den Kantonen Neuchâtel/Jura, Aargau/Solothurn, Zürich und Ticino die 700 Serumproben erhoben.

Im Rahmen der Pilotstudie zum nationalen Human Biomonitoring wurden die zusätzlichen 100 Serumproben gesammelt.

BAG: Human Biomonitoring Projekte in der Schweiz