Pyrrolizidinalkaloide
Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind natürliche Pflanzenstoffe. Einige Vertreter können die Leber schädigen und stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen. Sie gelangen über verunreinigte pflanzliche Produkte wie Tee oder Kräuter in Lebensmittel.
Vorkommen
Pyrrolizidinalkaloide (PA) bilden eine grosse Gruppe natürlicher Substanzen, die in vielen Pflanzenarten vorkommen und vermutlich als Frassschutz dienen. Der Mensch nimmt PA vor allem über Honig, Gewürze, Kräuter, Tee, Kräutertee und Nahrungsergänzungsmittel auf. Häufig handelt es sich um Verunreinigungen durch PA-haltige Wildpflanzen, die bei der Ernte oder Verarbeitung in eigentlich PA-freie Produkte gelangen.
Untersuchungen des BLV zeigen, dass beim Aufgiessen von Tee und Kräutertee fast alle PA in das Getränk übergehen. Eistee trägt im Vergleich dazu weniger zur Aufnahme bei.
Gesundheitsrisiken
1,2-ungesättigte PA sind wegen ihres gesundheitsschädigenden Potenzials in Lebensmitteln unerwünscht. Sie können die Leber schädigen (veno-okklusive Schädigung) und schwere Vergiftungen verursachen. In der Schweiz und in Europa sind akute Vergiftungen aufgrund der derzeit gemessenen Gehalte kaum zu erwarten. In Asien kam es dagegen zu schweren Fällen durch Getreide, das mit PA-haltigen Pflanzen verunreinigt war. Bei Jungvieh traten in der Schweiz vereinzelt tödliche Vergiftungen auf.
Im Vordergrund steht das krebserzeugende Potenzial: Bestimmte 1,2-ungesättigte PA führten in Tierversuchen zu Krebs und Erbgutveränderungen. Diese Stoffe sollten vom Menschen möglichst nicht aufgenommen werden; ihre Gehalte in Lebensmitteln sind daher zu minimieren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wies 2017 darauf hin, dass besonders Personen, die häufig und in grossen Mengen Tee und Kräutertee trinken, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein können.
Massnahmen
Seit 2017 wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt, um die Gehalte zu senken. Analysen zeigen, dass die Konzentrationen von 1,2-ungesättigten PA in den meisten Lebensmittelgruppen – etwa in gewissen Kräutertees und Tees – deutlich zurückgegangen sind.
Seit 2024 legt die Kontaminantenverordnung Höchstgehalte für verschiedene Kräuter, Gewürze, Tees und Nahrungsergänzungsmittel fest.