Proliferative Nierenkrankheit der Fische
Die proliferative Nierenkrankheit ist eine chronisch verlaufende, parasitäre Erkrankung bei Süsswasserfischen. Sie tritt bevorzugt bei höheren Wassertemperaturen auf und führt teils zu hohen Verlusten in Zuchtanlagen. Für Menschen ist sie nicht gefährlich.
Grundlagen zur Krankheit
Die proliferative Nierenkrankheit ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit bei Süsswasserfischen, vor allem bei der Familie der Lachsartigen. Die Krankheit wurde bisher bei Regenbogenforellen, Bachforellen, Bach- und Seesaiblingen, Atlantischen Lachsen, Äschen und Hechten nachgewiesen.
Die proliferative Nierenkrankheit wird durch das Nesseltier Tetracapsuloides bryosalmonae verursacht. Für Menschen ist sie nicht gefährlich.
Symptome und Verlauf
Infizierte Fische wirken teilnahmslos und zeigen äussere Veränderungen wie eine dunkle Verfärbung, Augenvorfall («Glotzaugen»), blasse Kiemen und aufgetriebene Bäuche.
In Fischzuchtanlagen können die Verluste 10 bis 15 Prozent betragen, unter ungünstigen Bedingungen sogar bis zu 90 Prozent. Symptome treten auf, wenn die Wassertemperatur während zwei bis drei Wochen über 15 Grad Celsius liegt. Bei tieferen Temperaturen kann es zu Ansteckungen kommen, jedoch ohne Krankheitsanzeichen oder Abgänge.
Vorkommen und Verbreitung
Die Fische nehmen den Erreger vermutlich über die Kiemen auf. Die Krankheit tritt saisonal auf – sie beginnt im Sommer mit steigenden Wassertemperaturen und klingt im Herbst wieder ab. Stressfaktoren wie verminderte Wasserqualität oder schlechtes Handling können einen Krankheitsausbruch begünstigen.