Piercing und Tattoo
Tattoos und Piercings sind beliebt – aber nicht ohne Risiko. Informieren Sie sich vor dem Eingriff über mögliche Komplikationen, Hygienevorgaben und rechtliche Grundlagen. Denn Körperschmuck kann gesundheitliche Folgen haben – manchmal fürs Leben.
Tattoos: fürs Leben gezeichnet
Beim Tätowieren werden Farbpigmente in die mittlere Hautschicht (Dermis) eingebracht. Dabei entsteht eine Wunde, durch die Krankheitserreger eindringen können. Mangelnde Hygiene im Studio kann so zu Infektionen führen. Zudem können die Pigmente Allergien auslösen oder sich in den Lymphknoten ablagern.
Tattoos bleiben oft dauerhaft sichtbar – auch nach einer Entfernung. Rückstände der Farbe bleiben dabei in der Haut. Die Entfernung ist schmerzhaft und teuer – und nicht immer vollständig.
Piercing: Stichhaltige Argumente dagegen
Piercings an Zunge, Lippen, Nase oder Nabel bergen Risiken. Besonders riskant ist das Durchstechen der Zunge – hier kann es bereits während des Eingriffs zu schweren Problemen kommen. Auch die Zähne sind gefährdet: Der Piercingknopf kann den Zahnschmelz beschädigen.
Piercing-Schmuck mit Spuren von Kobalt oder Nickel kann Allergien auslösen. Eine Nickelallergie bleibt in der Regel lebenslang bestehen – auch ohne häufigen Kontakt.
Empfehlungen für Tattoos und Piercing
Ein Tattoo oder Piercing sollte nie eine spontane Entscheidung sein. Beachten Sie vor dem Eingriff Folgendes:
- Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hautarzt – besonders bei Allergierisiken.
- Fragen Sie im Freundeskreis nach Erfahrungen mit Studios.
- Achten Sie darauf, dass das Studio sauber und professionell wirkt.
- Lassen Sie sich vorab zeigen, wie Hygiene gewährleistet wird (zum Beispiel Desinfektion).
- Ein seriöses Studio informiert über die richtige Nachsorge.
- Lassen Sie ein Tattoo nur durch medizinisches Fachpersonal entfernen. Verwenden Sie keine Säuren oder ähnliche Substanzen!
- Zungenpiercings verursachen häufiger Komplikationen als andere Piercings.
- Achten Sie auf qualitativ hochwertigen Schmuck.
- Apotheken bieten Nickeltests für Piercings an.
- Lassen Sie sich nie in Discos oder an Festivals piercen.
- Tauschen Sie nie getragenen Schmuck mit anderen.
- Bei Problemen: Suchen Sie rechtzeitig eine Ärztin oder einen Arzt auf. Wuchernde Narben müssen operativ behandelt werden.
Henna-Malerei: keine harmlose Alternative
Wer sich für Henna-Körpermalerei interessiert, sollte auf die traditionelle, echte Variante setzen. Die Farben sind hellorange bis rot und die Malerei braucht Zeit. Die verbreiteten schwarzen Henna-Tattoos enthalten häufig Para-Phenylenendiamin (PPD). Dieser Stoff beschleunigt zwar das Färben – kann aber starke allergische Reaktionen auslösen, oft erst nach Tagen.
Anbieter müssen sicherstellen, dass die verwendeten Farben gesundheitlich unbedenklich sind und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Bei Angeboten auf Festivals oder Strassenmärkten ist eine Kontrolle kaum möglich. Haben Sie Zweifel, ob die Farben PPD-frei sind, verzichten Sie besser ganz.
Bei Hautreaktionen wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.
Rechtliche Grundlagen
Tattoo- und Permanent-Make-up-Farben sowie Piercings sind nicht bewilligungspflichtig. Sie unterliegen aber der Verordnung über Gegenstände für den Humankontakt (HKV).
Eine Positivliste mit unbedenklichen Farben existiert nicht. Verboten sind nur bestimmte Inhaltsstoffe. Für die Produktsicherheit ist der Hersteller verantwortlich – aber auch Tätowierende dürfen keine gesundheitsschädlichen Produkte verwenden.
Die Ausbildung von Tätowiererinnen und Tätowierern ist nicht einheitlich geregelt. Wer Tattoos oder Permanent Make-up anbietet, muss dies aber der kantonalen Vollzugsbehörde melden.
