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MCPD, Glycidol und verwandte Stoffe

Bei der Herstellung von raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten können unerwünschte Stoffe entstehen, die folglich auch in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen kommen. Höchstgehalte tragen dazu bei, die Belastung mit diesen Stoffen zu senken.

Entstehung und Risiken

Bei der industriellen Herstellung von Fetten und Ölen können bei hohen Temperaturen folgende Stoffe entstehen:

  • Glycidyl-Fettsäureester (GE)
  • 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD) und deren Fettsäureester
  • 2-MCPD und deren Fettsäureester

Im Körper werden GE zu Glycidol umgewandelt, das als potenziell krebserregend gilt. Tierversuche zeigen zudem, dass 3-MCPD und seine Ester die Nieren schädigen können.

Diese Stoffe können in Lebensmittel gelangen, die pflanzliche Öle und Fette enthalten – auch in Babymilch und Kleinkindernahrung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das wissenschaftliche Expertengremium JECFA der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben die gesundheitlichen Risiken bewertet und unbedenkliche tägliche Aufnahmemengen festgelegt. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern besteht Handlungsbedarf. Um die Belastung zu senken, gelten gesetzliche Höchstgehalte.

Massnahmen

Das BLV fordert von der Lebensmittelindustrie gezielte Schritte zur Reduktion der Belastung – etwa verbesserte Produktionsmethoden oder den Einsatz anderer Fettquellen.

In der Kontaminantenverordnung sind Höchstgehalte für GE sowie 3-MCPD und seine Ester festgelegt. Sie gelten insbesondere für pflanzliche Fette und Öle sowie für Säuglingsanfangs- und -folgenahrung.

Empfehlungen des BLV

Industriell hergestellte Säuglingsnahrung liefert alle nötigen Nährstoffe in optimaler Zusammensetzung. Eine geringe Belastung mit den genannten Stoffen führt nicht zu unmittelbaren gesundheitlichen Problemen.

Säuglinge, die nicht gestillt werden, sollen weiterhin mit diesen Produkten ernährt werden, da ihre Vorteile deutlich überwiegen.

Ungeeignet für Säuglinge sind Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen sowie pflanzliche Drinks wie Mandel-, Reis-, Hafer- oder Sojadrinks. Ihre Nährstoffzusammensetzung deckt den Bedarf von Säuglingen nicht.