Die Weltorganisation für Tiergesundheit ist eine internationale Organisation mit Hauptsitz in Paris, die sich weltweit für die Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls einsetzt. Sie wurde im Jahr 1924 als Reaktion auf einen grossen Rinderpest-Seuchenzug in Europa unter dem Namen Office International des Epizooties (OIE) gegründet.
Der Direktor des BLV ist der offizielle Schweizer Delegierte bei der WOAH.
Bedeutung und Wirkung der WOAH
Die heute 183 Mitgliedsländer (Stand 2026) sind verpflichtet, auf ihrem Hoheitsgebiet auftretende Seuchenausbrüche zeitnah an die WOAH zu melden. Indem die Organisation diese Meldungen aufbereitet und auf ihrer Website zusammenstellt, fördert die WOAH die weltweite Transparenz und Vertrauensbildung im Bereich der Tierseuchen und trägt ausserdem zur Früherkennung von auf den Menschen übertragbare Krankheiten oder von einer vorsätzlichen Freisetzung von Krankheitserregern bei.
Die WOAH entwickelt Standards, welche den Rahmen für die Mitgliedsländer bieten, um die Einschleppung von Tierseuchen durch den internationalen Handel mit Tieren und tierischen Produkten zu verhindern, ohne ungerechtfertigte Handelshemmnisse zu errichten. Seit 1995 werden diese Standards von der Welthandelsorganisation (WTO) als internationale Referenzvorschriften im Bereich der Tiergesundheit anerkannt. Sie werden von international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in gewählten Fachkommissionen und Arbeitsgruppen erarbeitet und von der Delegierten-Vollversammlung verabschiedet.
Die Organisation sammelt und analysiert laufend die neuesten Forschungsergebnisse im Zusammenhang mit der Tierseuchenbekämpfung. Darauf basierend veröffentlicht sie Empfehlungen und Richtlinien und bietet technische Unterstützung für deren Umsetzung durch die nationalen Behörden der Mitgliedsländer.
Interessen der Schweiz und Mitwirkung in der WOAH
Die Schweiz unterstützt als eine der Gründungsnationen der OIE seit mehr als hundert Jahren die Ziele und Werte der Organisation: Transparenz, internationale Zusammenarbeit, wissenschaftliche Fundierung und sicherer Handel.
Schweizer Fakultäten wurden von der WOAH für drei verschiedene Tierseuchen als Referenzlaboratorium ernannt. Schweizer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen wirken in Arbeitsgruppen der WOAH und bei der Verbesserung und Aktualisierung der Standards mit.
Mehr Informationen: WOAH – Weltorganisation für Tiergesundheit (auf Englisch)